KRITIK

Küss den Frosch

Küss den Frosch Vor sechs Jahren hatte Disney den klassischen Zeichentrick eigentlich für immer eingemottet, doch kaum war „Pixar“-Chef John Lasseter zum Kreativdirektor gemacht worden, ließ ausgerechnet dieser Visionär der neuen Trick-Technologie die Zeichentische sofort wieder hervorholen: Für manche Stoffe sei das gute alte Handgezeichnete, ohne Computer und in 2D, immer noch am geeignetsten, befand er.

Das Resultat der Retro-Taktik ist diese charmante und atmosphärisch stimmige Verpflanzung des „Froschkönig“-Märchens ins sumpfige New Orleans der jazz-beseelten 1920er: Schon wenn man die feinen Hintergründe des Missisippi-Settings betrachtet, die das Team um die „Arielle“-Regisseure John Musker und Ron Clemens angefertigt hat, erkennt man den Unterschied.

Ein Novum ist die Hautfarbe der jungen, schwarzen Kellnerin Tiana und des exotischen Prinzen Naveen – die war politisch korrekten Vorabkritikern nicht schwarz genug. Egal: Das swingin` New Orleans im Film wirkt wie ein verwehtes Märchenland, und die Helden sind die meiste Zeit über sowieso grün, nicht schwarz. Weil Tiana nämlich, anders als im Märchen, keine Prinzessin ist, wird auch sie zum Frosch, als sie den von einem intriganten Stepptänzer verwandelten Prinzen küsst: Gemeinsam müssen sie nun, begleitet von einem Glühwurm und einem trompetenden Alligator, den Missisippi entlang und an gruseligem Voodoo-Geistern vorbei in die Sümpfe reisen, um sich von der 197-jährigen Bayou-Königin Mama Odie (deutsche Stimme: Marianne Rosenberg) erlösen zu lassen.

Die zydeco-inspirierte Musik stammt von Randy Newman. Alles wie früher also. Business as usual? Nicht ganz. Etwas weniger Kitsch, nur ein kleiner moralischer Zeigefinger und zu Herzen gehende Musik, fast ein typischer Disney – und ebenso schön. Sehenswert.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

New Orleans um die Jahrhundertwende. Kellnerin Tiana träumt von einem eigenen Restaurant. Da hüpft ihr eines Abends ein Frosch über den Weg und behauptet, der verzauberte Prinz Naveen zu sein. Ein einziger Kuss, und Tiana hätte einen Wunsch frei. Weil sie für ihren Traum fast alles tun würde, küsst die junge Frau das schleimige Tier tatsächlich - mit unerwartetem Ergebnis. Nicht er wird ein Mensch, sondern sie zum Frosch. Nun setzen Naveen und Tiana alles daran, schnellstmöglich ihre menschliche Gestalt wieder zu erlangen.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eure Kritiken zu Küss den Frosch

  1. Christian

    Ja, es stimmt. Der Schritt zurück hat dem Disney-Konzern sehr gut getan. Mit der richtigen Geschichte und der richtigen Musik ist `Küss den Frosch´ ein absolut sehenswerter Disney-Film geworden. Der perfekte Familienfilm zum Weihnachtsfest 2009/2010 für die ganze Familie.

  2. mycinema

    toller disney film ich find ihn toll für alle fans von Disney.Geignet für Kinder

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*