KRITIK

Komm süßer Tod

Komm süßer Tod Auf der einen Seite kommt der Film von Wolfgang Murnberger konventionell daher. Wie eine gute Krimikomödie enthält er sowohl Momente simpler Situationskomik als auch perfekt sitzendes Timing. Andererseits grantelt und menschelt er sich so selten schön in dieses Genre, das man mit den Augen und Ohren schlackert, nicht zuletzt wegen des so wunderbar schwarzhumorigen Grund- und Offtons. In Österreich sind Krimiautor Wolf Haas und die von ihm geschaffene Figur des Kommissars Brenner sehr beliebt – und dennoch wirkt Josef Hader (den man aus der Provinzposse „Indien“ kennt) trotz der typischen „Looser“-Eigenheiten durchaus authentisch. Hilfreiche Unterstützung liefern hier nicht nur die Untertitel (nördlich der Mainlinie!), sondern auch die hervorragende Musik der Sofa Surfers. Zudem sind es die manchmal ungewohnten Einstellungen, die Bewunderung hervorrufen: So wird z.B. das Liebesspiel des lädierten Brenners und der teilgegipsten Karla nicht unter- sondern oberhalb der Gürtellinie abgedeckt. Nicht die touristischen Highlights Wiens tauchen auf, sondern einfache Großstadtlandschaften und –menschen! Diese jedoch werden immer wieder ironisch gebrochen gespiegelt, sei es, dass zufällig „Der Kommissar“ im TV läuft, sei es, dass der Zivildienstleistende den finalen Schuss zur Rettung der im Gaswagen Gefangenen macht (Die Gefangenen müssen sich direkt nach ihrer Rettung auch erst einmal eine Zigarette anstecken!). Und weil zu allem Überfluss auch die Nebenrollen noch gut besetzt sind, hervorragend verkörpert und in ihrer Konstellation hinreichend erklärt werden, kann man über die wenigen dramaturgische Sprünge nun wirklich hinwegsehen. Da mag man gerne bei guter Laune das „Komm süßer Tod“ frei nach der Bach´schen Matthäuspassion vor sich hinsummen- oder singen, wie der Brenner Simon nach seiner haarsträubenden Odyssee. Rainer Bach



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INHALT

Eigentlich will der soeben vom Polizeidienst suspendierte Kommissar Brenner beim Rettungsdienst nur seine Ruhe haben - ab und zu eine Einsatzfahrt, einen Joint zuhause oder einen Schluck Whisky aus der privaten Notfallbar – das langt scho´ ! Doch im Wien der Notfallhelfer tobt ein erbitterter Kleinkrieg. "Die Kreuzretter" mit ihrem alten Wagenpark und der "Rettungsbund" kämpfen um Unfallopfer, Dialyse-Patienten und potenzielle Organspender. Der wegen seines Vaters und Firmengründers nur "Junior" genannte Besitzer der "Kreuzretter" vermutet unlautere Methoden beim "Mitbewerber" und beauftragt den Ex-Polizisten Brenner (noch im Probedienst) mit der Recherche. Nachdem der "Piefke" - merke: "die Deutschen sind immer die Mörder" - angeblich zwei Menschen erschossen hat, ebenfalls als Todesopfer auftaucht, ein "Kreuzretter" zu Unrecht verhaftet und die ehemaligen Kollegen unangenehm werden, und nicht zuletzt "Zivildiener" Berti und die zungenfertige Angelika auf Brenner eingeredet haben, und zudem noch seine alte Jugendliebe Klara wieder auftaucht, wird der Spürhund in Brenner/Hader wach. Bis sich jedoch die Indizien verknüpfen lassen, hat sich die Zahl der Verwundeten erhöht, die Polizei sich wie immer blamiert und gelöst ist der Fall noch lange nicht...
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