KRITIK

Kokowääh 2

Plakat zum Film Kokowaeh 2Das hat Til Schweiger clever eingefädelt: Er lässt das Sequel zu seinem Vier-Millionen-Zuschauer-Hit „Kokowääh“ just an dem Tag in den Kinos anlaufen, an dem die Berlinale beginnt. Jene Berlinale mithin, die im Feuilleton stattfindet, das an Schweigers populären Romantik-Klamotten kaum je ein gutes Haar lässt. Jene Berlinale aber auch, auf der Schweiger dieses Jahr selbst reüssieren darf – als Nebendarsteller im US-Wettbewerbsbeitrag „The Necessary Death of Charlie Countryman“. Schweiger, die Berlinale, sein neuer Film: Das alles verschmilzt im medialen Begleitrauschen vor allem zu einer Sache zusammen: jeder Menge Publicity.

Viel schiefgehen dürfte dabei nicht, auch „Kokowääh 2“ wird sein Millionenpublikum finden, gerade weil darin alles erwartbar harmlos über die Bühne gebracht wird, garniert mit dem üblich geschüttelten Maß an Pipi-Humor und ein paar lauwarmen Verbalzoten. Schweiger spielt darin die übliche Rolle (hier: Henry, den chaotischen Filmproduzenten), und zwar mit genau jener Dosis Selbstironie, die trotzdem nie verschleiern darf, dass es sich beim Schweiger um einen tollen Hecht handelt, auf den die Mädels völlig zu Recht abfahren.

Szene aus dem Film Kokowaeh 2Im Wesentlichen wird in dieser Fortsetzung die alte Männerwirtschafts-Masche nachgestrickt: Bestsellerautorin Katharina (Jasmin Gerat) zieht gestresst aus der Wohnung aus und lässt Henry mit Baby und Tochter (die zehnjährige Emma Schweiger) allein zurück. Chaos gibt das schon genug, weil sich das Mädchen erstmals in präpubertären Liebesnöten verstrickt, doch dann kommt auch noch Tristan (Samuel Finzi) zurück, der Ziehvater der Tochter: WG-Irrsinn pur. Ein paar neue Frauen mischen auch noch mit.

Das alles ist weder originell noch neu noch wirklich lustig, schnurrt aber unter der Regie von Schweiger höchstpersönlich in gut geölter Herz-und-Scherz-Routine zwei Stunden lang rückstandsfrei ab: Das scheint sein Erfolgsrezept zu sein. Wie sehr jedoch die Kritik der ambitionierten Filmwelt an ihm nagt, das zeigt ein anspielungsreicher Nebenstrang des Films: Da plagt sich Henry mit dem Star seines „Films im Film“ herum, dem (leibhaftigen) Matthias Schweighöfer. Der möchte plötzlich ernste Filme machen und schleppt einen Cineasten-Regisseur an! Klar: Der kriegt sein Fett ab. Und Schweiger die Millionen.

  



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INHALT

Wer hat gesagt, dass Patchwork einfach ist? Bei Henry, Katharina, Tristan und Magdalena jedenfalls ist zwei Jahre nach der turbulenten Familienzusammenführung der Alltag eingekehrt - und das Chaos ausgebrochen! Während die zehnjährige Magdalena zum ersten Mal ihr Herz an einen Jungen verschenkt, ist ihr leiblicher Vater Henry unter die Filmproduzenten gegangen und arbeitet unter Hochdruck an seinem ersten großen Coup - mit dem exzentrischen Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle! Katharina kümmert sich unterdessen um den Haushalt und um Baby Louis, den jüngsten Familienzuwachs, hadert aber zunehmend mit ihrer Rolle als Hausfrau. Tristan wiederum gefällt sich in seiner neuen Rolle ganz gut: Nachdem Charlotte die Familie verlassen und einen Job im Ausland angenommen hat, genießt Magdalenas Kuckucksvater seine Freiheit an der Seite seiner neuen, jugendhaften Freundin Nora (Jytte Merle Böhrnsen) in vollen Zügen - die Midlife Crisis lässt grüßen... Als Tristan dann bei Henry einzieht und die zwei Männer mit den Aufgaben rund um Haushalt und Kinder maßlos überfordert sind, kommt ein schönes Kindermädchen ins Spiel... Gerade als alles für immer verloren scheint, zeigt sich, dass Patchwork auch seine Vorzüge hat: Im Notfall halten alle zusammen und zeigen einander, dass es sich lohnt, an Märchen zu glauben. Und an die große Liebe ...
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