KRITIK

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Klick Ein Volksmärchen erzählt von einem Mädchen, das vor den Prügeln des unbeherrschten Vaters in den Wald flieht, wo ihm eine Fee erscheint. Die schenkt dem Kind eine magische Garnspule, an der es nur zu ziehen braucht, und schon fliegt die Zeit vorüber, sind die Schläge überstanden. Aber das Mädchen zieht so oft an der Spule, dass es sich unversehens als alte Frau wiederfindet, die das Leben versäumt hat.

Die moderne, etwas technischere Variante dieses Moralstücks inszeniert Regisseur Frank Coraci („Waterboy“) mit „Klick“: Adam Sandler spielt den Workaholic Michael, der über seine Arbeit als Architekt die Familie vernachlässigt. Für nichts bleibt genug Zeit, doch eines Nachts trifft er den verschrobenen Morty (Christopher Walken), der ihm das Leben mit einer universellen Fernbedienung zu erleichtern verspricht.

Mit diesem Wunderding kann der geplagte Mann, ähnlich wie bei einem DVD-Menü, beliebig Szenen seines Lebens inklusive des Making-of im Elternschlafzimmer anwählen, aber auch unliebsame Kapitel schlicht im Schnellvorlauf überspringen. Doch die Freude über das Zaubergerät währt nur kurz, bald offenbart es seine diabolischen Kräfte: Die Zeitrafferfunktion schaltet sich unerwünscht ein und lässt Michael Jahr um Jahr verpassen.

Eine Geschichte also, die zum Auskosten des Lebens nebst seiner dunklen Momente mahnt, was ja nicht falsch ist. Coraci allerdings setzt sie als jugendfreie Blödel-Variante der satanischen Läuterungsfabel „Im Auftrag des Teufels“ um und vertraut dem durchaus tragischen Potenzial des Stoffes nicht – statt nachdenklicher Momente immer wieder Gagahumor. Mit anderem ist Adam Sandler indes sowieso überfordert, daran könnte wohl nur gute Feen etwas ändern, nicht Regisseure.



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INHALT

Workaholic Michael vernachlässigt seine Familie. Da spendiert ihm der geheimnisvolle Morty als Lösung aller Probleme die Fernbedienung fürs Leben. Mit der kann Michael das Leben vorspulen, wenn es langweilig wird, die Pause-Taste drücken, wenn der Chef eine Abreibung braucht, oder den Ton dämpfen, wenn das Gezänk der Frau nervt. Doch entpuppt sich, was zunächst als Glücksfall erscheint, als heimtückische Falle, wenn Michael sein Leben zu verpassen droht.
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Eure Kritiken zu Klick

  1. Dietmar

    Eine originelle und lustige Fanatsykomödie, bei der Fans von Sandlers typischen derben Humor voll auf ihre Kosten kommen.

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