KRITIK

Kingsman: The Secret Service

Bild (c) 20th Century Fox Germany.

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Spätestens seit seiner Oscar-prämierten Leistung in „The King´s Speech“ wird Colin Firth immer mal wieder als möglicher neuer James Bond gehandelt. In „Kingsman“ kann er sich schon einmal ausprobieren: Als Agent in feinsten Nadelstreifen kommt er hier deutlich selbstironischer daher, als man das mittlerweile aus den ernsteren 007-Abenteuern der Daniel-Craig-Ära kennt.

Colin Firths Harry Hart ist Top-Agent der „Kingsmen“, eines nicht-staatlichen, aber elitär britischen Spionagezirkels, der sein Hauptquartier in den Räumen eines gediegenen Herrenausstatters bezogen hat, seine Mitglieder nur unter den Besten in Militär und Polizei rekrutiert und sich dabei als Neuauflage von König Artus´ Tafelrunde geriert.

KSS_JB_D11_01307_700Leider geht es im Folgenden weniger um Harry Hart alias Galahad oder den amtierenden Vorsitzenden Arthur (Michael Caine), sondern um den ungehobelten Jungspund Eggsy (Taron Egerton), dessen Vater Hart einst das Leben rettete. Als Wiedergutmachung lockt Galahad Eggsy ins sonst nur von schnöseligen Upperclass-Jungs besuchte Trainingsprogramm, und bald bekommt er es dort mit einer echten Weltbedrohung zu tun: Milliardär Valentine (ein in der deutschen Synchro nervtötend lispelnder Samuel L. Jackson, der seinen seit „Pulp Fiction“ ungezählten Gangsterrollen eine weitere hinzufügt) möchte die Bevölkerung mit tödlichen Smartphones ausdünnen.

Klar, dass das die abstruse Handlung auf einem Comic basiert. Gut aber, dass Regisseur Matthew Vaughn seit „Kick Ass“ Experte für Comicverfilmungen ist. Bedauerlicherweise hält er die augenzwinkernde Tonart nicht ganz durch, die seinen Film hoch amüsant beginnen lässt: Da spielt er noch mit allen möglichen Agentenfilm- oder Britishness-Klischees und Bond-Referenzen wie dem Schuh mit inte­griertem Klappmesser. Doch diese Linie verlässt „Kingsman“ bald für einen „Hunger Games“-ähnlichen Ausleseprozess und viel (erstaunlich blutigen) Blockbuster-Rumsbums. Das ist alles kompetent gemacht, aber nicht so smart, wie es hätte sein können.

 




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Eure Kritiken zu Kingsman: The Secret Service

  1. cineast

    Dieses Filmchen war wohl als James-Bond-Parodie gedacht, welches allerdings ziemlich in die Hose ging. Obendrein ist die eigentliche Handlung ziemlich bescheuert – das lag wohl auch an der Comic-Vorlage: Irgendein Milliardär will den Planeten vor der Umweltzerstörung retten, indem er die Menschheit stark dezimiert. Wie er das anstellt, ist ziemlich kurios. Er bietet jedem Erdenbewohner eine SIM-Karte an, die es ihm ermöglicht, kostenlos zu telefonieren und zu surfen. Allerdings ist dies nur ein Vorwand, um über diese Karte die Aggressivität bei Menschen zu manipulieren und sie zu Killern umzuprogrammieren. Daraufhin kommen die Kingsmen ins Spiel, eine supergeheime Geheimorganisation, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, das Böse in der Welt zu bekämpfen.
    Es ist schon immer wieder interessant, dass viel Geld für die Produktion solchen Schunds ausgegeben wird. Die Schauspielerleistungen sind ziemlich durchschnittlich, die Handlung dümmlich, einzig positiv kann man Spezial-Effekte und Ausstattung nennen. Außerdem ist der Film sinnlos brutal und transportiert merkwürdige Radikal-Botschaften: Rettung der Erde durch Dezimierung der Menschheit, Feindseligkeiten gegenüber anderen Nationen; vermutlich hatten bei der Produktion britische und amerikanische Rechts-Konservative ihre Hand im Spiel. Warum auch noch erstklassige Schauspieler wie Colin Firth und Michael Caine bei diesem Mist mitgewirkt haben, bleibt wohl deren Geheimnis.
    Alles in allem sehr enttäuschend!

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