KRITIK

Kein Sex ist auch keine Lösung

Plakat zum Film Kein Sex ist auch keine LösungDiesen Tom mag man nicht. Ein Unsympath. Der Werbeagentur-Macho ist stolz auf seinen Ruf als Womanizer, mehr als drei Nächte darf sich keine Frau von ihm erhoffen. Und seine neue Kollegin Elisa, die den Spieß umdreht, nein, die mag man auch nicht. Ein guter Film versucht, unsympathische Charaktere zu entwickeln. Was reizvoll ist. Eine Konterkarikatur des Männerbildes aus den 90ern? Leider nein. Ein schlechter Film, wie dieser von Anfang an einer ist (und wie er von Flachgag zu Dumpfwitz immer mehr noch einer wird), begnügt sich mit der üblichen Knallchargenparade. Die Akteure – Stephan Luca aus Gregor Schnitzlers „Resturlaub“ und Marleen Lohse – haben keine Chance.

Wie sich der Hedonismus von Tom und Elisa am Ende natürlich doch als errettungsbedürftig erweist, während nebenher allerlei Karikaturendarsteller durch fernsehspielglatte Interieurs stolpern – das hat „Süperseks“-Regisseur Torsten Wacker bemerkenswert langweilig arrangiert, gnadenlose zwei Stunden lang.

Szene zum Film Kein Sex ist auch keine LösungAlles, was an Ungeist das deutsche Klamottenwesen im Klammergriff hält, ist versammelt, vom witzfreien Dialoginferno bis zum uninspirierten Aufmarsch der Promi- Mimen (Corinna Harfouch, Armin Rohde, Hannelore Elsner). Vorlage war eine Strandlektüre von Mia Morgowski. Wie viele Groschenromane mit Klospruch-Titeln wollen denn noch verfilmt werden? Besser auslassen!

  



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INHALT

Der erfolgreiche Werber Tom Moreno (Stephan Luca) kennt sich aus mit Frauen. Vor allem mit der Kunst, sie erst für sich zu gewinnen und spätestens nach dem dritten Mal wieder loszuwerden. Doch dann tritt Elisa (Marleen Lohse), die neue Art-Directorin seiner Agentur, auf den Plan – die so gar nicht auf seine bewährte Masche abfahren will. Tom ist verwirrt – und keiner ist da, der dem Frauenheld in seiner Sinnkrise helfen könnte. Denn auch seine Freunde haben mit ihren eigenen ganz speziellen Problemen zu kämpfen: Vince (Oliver Fleischer) findet seine Frau in Toms Bett wieder. Luke (Johannes Allmayer) lernt ausgerechnet von Toms Mutter (Corinna Harfouch), dass kein Sex auch keine Lösung ist. Toms einzige 'Dauerfreundin' und Mitbewohnerin Paule (Anna Thalbach) verliebt sich in einen Krawattenträger (Michael Lott) und mutiert vom Kumpeltyp zur Femme fatale. Keine Konstante bleibt mehr, krisenfeste Freundschaften hängen am seidenen Faden und Toms Universum erfährt seine eigene Relativitätstheorie. Zu allem Überfluss eröffnet ihm sein Chef Rolf (Armin Rohde), dass die Agentur so gut wie pleite ist. Wen wundert’s, dass Tom unvorsichtig wird und seine Beziehungsvermeidungsregeln vernachlässigt...
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