KRITIK

Kein Mittel gegen Liebe

Plakat zum Film Kein Mittel gegen LiebeEin bisschen Spaß muss sein, dann ist die Welt voll Sonnenschein.“ Man summe diese Zeilen mit und ersetze „Spaß“ durch „Krebs“. Dann erahnt man ungefähr das Niveau dieses Films. Denn diese gründlich missratene Hollywood-Dramödie ist so etwas wie die Sonnenschein-Variante zum in der letzten Woche gestarteten niederländischen Sterbedrama „Love Life“. Und schon da hatte man sich gefragt: Geht es noch kitschiger? Es geht. In beiden Filmen erhält eine junge Frau eine tödliche Krebsdiagnose, doch wo dort ein bratziger Zynismus regierte, haucht Kate Hudson ihr Leben relativ fidel aus. Was beide Filme eint: ein Umfeld sorgenfreien materiellen Wohlstands.

Die RomCom-erprobte Hollywoodschauspielerin Kate Hudson setzt hier zunächst ihr aus diversen anderen romantischen Komödien („Fremd fischen“, „Wie werde ich ihn los in 10 Tagen“) bewährtes wirbelwinddynamisches Blond-und-Lustig-Sein fort: Ausgestattet mit stilvollen Accessoires, eloquenten Freunden und nach bestem Geschmack ausgesuchten Kerlen für nie mehr als eine Nacht, macht sie in der Rolle der Marley Corbett rasant Karriere in einer hippen Werbeagentur in New Orleans. Selbst nach der terminalen Darmkrebsdiagnose scheint sie ihre patente Powerfrauenenergie kaum einzubüßen.

Szene aus dem Film Kein Mittel gegen LiebeEin Kranken-Melo wird dies also eher nicht – dafür ein amouröses Rührstück. Denn Marley verliebt sich in ihren aufopferungsvollen Doktor (Gael García Bernal im Schnulzenmodus), findet endlich den Mann fürs Leben. Ein Leben freilich, das sich dem Ende nähert.

Bevor zum Schluss ein Abschied in stilvoll drapierter Bettwäsche um Zuschauertränen buhlt, regelt Hudson mit zunehmender, aber stets dekorativer Blässe für ihre Lieben die letzten Dinge. Was einem leidvollen Thema wohl die erzählerische Schwere nehmen wollte, versackt in Hollywood-Kitsch. Schickes Sterben unter schönen Menschen: Mitunter geradezu brechreizerregend verlogen ist die Inszenierung von Nicole Kassell, einer Regisseurin, die mal das grandiose Psychogramm „Woodsman“ drehte. Palliativkino für Besserverdienende. Schnell vergessen.

 



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INHALT

Marley genießt ihr Leben in vollen Zügen: Sie hat tolle Freunde, lebt in einem hippen Apartmenthaus im Herzen New Orleans und ist erfolgreich im Job. Ihre Freizeit genießt sie mit ihren besten Freunden in ihrem Lieblingsclub und gegen heißen Sex mit ihrem Lover hat sie auch nichts einzuwenden. Nur feste Liebesbeziehungen sind nicht ihr Ding. Ausgerechnet eine schwere Krankheit soll all dies ändern. Der schüchterne Dr. Goldstein tritt in ihr Leben und sie begreift, wie wichtig die große Liebe für ein erfülltes Leben ist. Und so öffnet Marleys Lebensfreude und Kampfeswille allen Beteiligten die Augen für die wirklich wichtigen und schönen Dinge im Leben...
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