KRITIK

Karate Kid

Karate Kid Ist es Chuzpe oder Abzocke? Mit Karate hat der Film „Karate Kid“ jedenfalls wenig zu schaffen. 26 Jahre nach dem gleichnamigen Original-Teenie-Hit von 1984 nennt der hauptamtliche Wiederverfilmer Harald Zwart („Pink Panther 2“) seinen neuen Film trotzdem ein Remake – vielleicht, um die Kinder der Achtziger ins Kino zu locken?

Kinder jedenfalls sind in der Neuversion eindeutig besser aufgehoben, denn die Teenager-Titelfigur ist zum präpubertären Bengel mutiert. Jaden Smith spielt ihn, der Spross des Stars Will Smith und schon aus dessen unsäglicher Penner-Schmonzette „Streben nach Glück“ vielen bekannt. Vater und Mutter des Kleinen fungieren auch als Produzenten. Das Geld kam dagegen zu einem Großteil aus China – weshalb der Film auch dort gedreht wurde. Jackie Chan sei Dank. Eine Drehgenehmigung in China für ein ausländisches Kamerateam? Auf normalem Wege nicht dran zu denken. So sieht jetzt das fertige und sicherlich abgesegnete Werk auch haargenau aus wie eine kritikbefreite Tourismus-Werbung.

In der 2010er Version zieht das Karate Kid also elfjährig mit seiner alleinerziehenden Mutter nach Peking, um den vielfach bekannten Plot zu rekapitulieren: Der Junge gerät an Schulschläger und lernt einen weisen Mentor kennen. Den mimt, als gebrochenen Hausmeister mit Schuldkomplexen, Altmeister Jackie Chan: Klar, dass nun kein japanischer Kranich-Tritt, sondern krachendes Kung-Fu trainiert wird, bis das Kind endlich zu Selbstbewusstsein findet. Karate Kid, das Kung-Fu trainiert? Egal.

Ein Standardprogramm ohne Überraschung also. Obwohl man dem afro-bezopften Klopp-Knaben Charme nicht absprechen kann: Dass sich in dieser überlangen und mitunter zähen China-Sause beständig Kinder keilen, als ginge es um Leben und Tod, treibt dann doch besorgte Sorgenfalten ins Gesicht.



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INHALT

Der zwölfjährige Dre Parker aus Detroit ist alles andere als erfreut, als seine alleinerziehende Mutter eine einmalige berufliche Chance ergreift und mit dem Sohnemann nach China zieht. Als er sich in der Schule in die hübsche Mei Ying verliebt, macht er sich seinen Klassenkameraden Cheng zum Feind. Gegen dessen Kung-Fu kann er mit seinen mühsam antrainierten Karatekicks keinen Blumentopf gewinnen. Zum Glück findet er in dem Lehrer Mr Han einen Unterstützer, der sich als ehemaliger Martial-Arts-Meister erweist.
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Eure Kritiken zu Karate Kid

  1. Christian

    Die Geschichte des gleichnamigen Originals wurde „verjüngt“. Die Sportart ist eine andere. Der Schauplatz ist ein anderer. Ist es immer noch ein Remake? Schwamm drüber. Wie bei vielen Remakes ist auch dieses überflüssig. Da helfen auch keine bedeutungsschwangeren Einstellungen oder ein charmanter Hauptdarsteller. Besser auslassen, den Film!

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