KRITIK

Joyride – Spritztour

Joyride - Spritztour Dieser Psychothriller von John Dahl hat sicherlich nicht nur deshalb die Fähigkeit in weiteren Teilen fortgeführt zu werden, weil der unbekannte Trucker (fast) unsichtbar und die Protagonisten (relativ) lebendig bleiben, sondern auch, weil schon die Motivzusammenstellung wie eine Wiederholung aussieht: die Motels, die endlosen Highways inmitten gesichtsloser Landschaften, mannshohe Maisfelder und ein Team junger Darsteller. Sicherlich ist eine moderne Übersetzung des biblischen Sprichworts, „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“, gelungen; ebenfalls die Idee, die scheinbar sichere Anonymität durch „moderne“ Technik auf tönerne Füße zu stellen. Doch kommt die Bebilderung wie eine Zitatensammlung alter Hollywood-Thriller à la Hitchcock daher.
Mag dieser Roadtrip auch als film noir angedacht sein, eine andere Bebilderung wäre hier sicherlich nicht unvorteilhaft gewesen. Die Spannung kann sich so nur mühsam aufbauen und muss oft durch Musik- und Geräuscheffekte erstellt werden. Die Drehorte entwerfen ein authentisches Bild des Landes, die Geschichte verwandelt diese Ödnis in eine Bedrohung.
Ein sehr amerikanischer und konventioneller Film, der seinen Ansprüchen, neben der Thriller- auch eine Brüdergeschichte zu erzählen, nur sehr begrenzt gerecht werden kann. Ein mittelgroßes Stück Humor muss man dem Drehbuchautor aber zugute halten, nicht nur weil der alte Liebestöter Rusty Nail heißt. Rainer Bach



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INHALT

In den USA sind die Wege immer etwas länger, die Semesterferien immer etwas langersehnter. Lewis Thomas hat sich endlich aufgerafft, um auf der Heimfahrt von Kalifornien nach New Jersey seine heimliche, gerade ledige Jugendliebe Venna in Colorado abzuholen. Die erhoffte Zweisamkeit muss jedoch warten, da Lewis erst noch seinen älteren Bruder Fuller aus dem Gefängnis in Salt Lake City auslöst. Hätte er es doch nur auf den Rückweg verschoben. Der notorische Querulant kauft während eines Halts ein CB-Funkgerät, um mit dieser prähistorischen Technik für ein wenig Verwirrung auf dem Highway zu sorgen. Er überredet seinen jüngeren Bruder, so wie zu Kindertagen, mit einer Mädchenstimme ins Mikrophon zu sprechen. Gespannt warten beide nun auf die Antworten.
Mit der vermeintlichen Candy Cane flirtet dann der Trucker Rusty Nail mit den beiden Heißspornen. Dass aber Nägel auch Wunden reißen können, erfahren die beiden Brüder erst, als sie den liebeshungrigen Landfahrer ins Nebenzimmer ihres Motels locken: laute Stimmen und ein dumpfer Schlag lassen Böses erahnen. Am nächsten Morgen steht die Polizei vor der Tür. Der Mieter im Nachbarzimmer ist völlig zusammengeschlagen irgendwo am Highway gefunden worden. Die jungen Männer gestehen ihren üblen Scherz und hoffen, ihren Weg schnell fortsetzen zu können. Da meldet sich Rusty Nail wieder. Fuller gesteht ihm den Streich und beschimpft ihn kräftig. Doch der Trucker antwortet nur: "Ihr solltet etwas gegen euer defektes Bremslicht unternehmen". Hier entwickelt sich für die beiden Brüder der nette Trip zu einer Horrorfahrt. Jeder Lastkraftwagen, jeder Fahrer könnte der unbekannte Psychopath sein.
Dieser hingegen findet immer mehr Gefallen an dem Spielchen. Nach einer wilden Flucht vor einem harmlosen Eiswagenfahrer bricht Rusty Nail mit einem riesigen Truck aus dem Dunkel der Nacht und zerquetscht das Brüderpaar fast an einem Baum. Das CB-Funkgerät landet im Straßengraben, die schöne Venna zu dem Zeitpunkt beinahe bei Fuller im Bett, aber ihre Freundin in den Fängen des unbekannten Psychopathen. Nun wird die Lage immer ernsthafter und blutiger.
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Eure Kritiken zu Joyride – Spritztour

  1. Sneaker

    Die erste halbe Stunde..war der Film noch ganz ok. Der Thrill wurde langsam aufgebaut und konnte sich behutsam entfalten. Doch dann, als diese bloede Hatz mit dem Trucker losging, hat der Film nur noch genervt. Ein M. Night Shamalyan (Sixth Sense) haette da mehr draus gemacht.

  2. Blitz

    Ich fand den Film richtig krass, vor allem, weil die Spannung durch die Plötlich-Szenen immer mehr steigt. Außerdem weiss man am Ende des Filmes immer noch nicht, wer der Psychopath, also Mörder, ist. Man fiebert selbst mit, wenn die drei die Straßen runterrasen, um „Rostiger Nagel“ zu entkommen. Alles im film passiert immer so unvorhergesehen, dass man den Film zu Recht als Meisterwerk bezeichnen kann! Nur mich macht es verrückt, dass es kein Ende gibt, dass der Psycho-Nagel z.B.s. nicht hinter Gitter kommt oder vielleicht doch noch stirbt. Die Spannung erreicht den Höhepunkt, wo der Film schon zu Ende ist!Ich werde mir den Film bald mit den 5 Exraschlüssen holen, damit ich mich nicht immer aufregen muss ;-)! Ciao, eure filmsüchtige Kritikschreiberin!

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