BLOG

Jul 2012
20
„Jasmin“ von Jan Fehse

Das Kammerspiel: Im „Totmacher“ von Romuald Karmakar mit Götz George zum Beispiel, da hat es funktioniert. Auch in „Frost / Nixon“. Oder jüngst in Roman Polanskis „Gott des Gemetzels“: Zwei bis vier hervorragende Schauspieler agieren auf beengtem Raum, ein Kammerspiel wird zum Kino-Erlebnis; auf der Leinwand, wo sonst alles groß und weit sein muss, bleibt alles eng und minimalistisch. Der deutsche Regisseur Jan Fehse (der mit Sebastian Koch „In jeder Sekunde“ drehte) lässt nun zwei tolle deutsche Theaterschauspielerinnen aufeinander los: Wiebke Puls von den Münchner Kammerspielen und Anne Schäfer, ehemals Residenztheater. Puls spielt eine Psychiaterin, Schäfer gibt Jasmin, eine verhinderte Selbstmörderin, die womöglich ihr eigenes Kind auf dem Gewissen hat. In vier langen Therapiesitzungen umkreisen die beiden Frauen das der Tat zugrundeliegende Lebensdrama, das freilich (die Liebe, der Sex, das Geld, die Mutter, der Vater etc.) so viel Überraschendes nicht zu bieten hat. Größtes Problem der Etüde: Je virtuoser die Aktricen aufspielen, desto lebensferner und bühnenhafter wirkt das Psychoduell. Bisweilen rutscht es leider ins Blutleere.



Ähnliche Beiträge:

Dieser Beitrag wurde unter Blog, Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*