KRITIK

James Bond 007: Ein Quantum Trost

James Bond 007: Ein Quantum Trost Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert. Das stand als Motto über Quentin Tarantinos „Kill Bill“. Man fühlt sich daran erinnert, wenn man nun Bond, James Bond, bei der atemlosen Hatz um die halbe Welt zusieht, die gar nicht so sehr der Schurkenbekämpfung oder ihrer Majestät zu dienen scheint, sondern vor allem der persönlichen Vergeltung.

Zur Erinnerung: Am Ende von „Casino Royal“, dem ersten Abenteuer mit dem Briten Daniel Craig, war Bonds Geliebte Vesper Lynd (Eva Green) zu Tode gekommen, hatte sich für ihren James geopfert. Dem MI-6-Angestellten lässt das keine Ruhe.

Die Härte, die Craig schon beim Debüt diesem einst charmanten Smokingträger verlieh, sie schlägt hier um ins Gnadenlose. Bond überreizt ein ums andere Mal seine Lizenz zum Töten, und einmal entsorgt er einen verstorbenen Freund kurzerhand in der Mülltonne: „Ihm wär`s egal.“

Die innere Wüstenei des Bond, sie spiegelt sich zum Schluss auch äußerlich, in der verdörrten Landschaft, in der diese Geschichte über den verbrecherischen Wucher mit dem bald weltwichtigsten Rohstoff Wasser mehr versiegt als endet. Wie Keith Richards am Morgen sieht Bond da aus, und das leere Fazit seiner Selbstverausgabung lautet: „Den Toten ist Rache egal.“ Alles, was mal den Charme der 007-Filme und ihrer Protagonisten von Sean Connery bis Pierce Brosnan ausgemacht hat, ist in diesem Globalisierungs-Bond wie vom Wüstenwinde verweht.

Aufregende, exotische Schauplätze? Die gibt es, sicher, aber weder im haitianischen Port-au-Prince, noch beim Pferderennen in Siena, noch auf der Bregenzer Seebühne, wo Puccinis „Tosca“ gegeben wird, mag der Schweizer Regisseur Marc Forster („Monster`s Ball“, „Finding Neverland“) auch nur für einen Augenblick Folklore-Stimmung aufkommen lassen. Er zerstückelt die Szenen in hyperventilierenden Schnitten.

Manieren und Martini sind Ruppigkeit und Hochprozentigerem gewichen. Und die Bond-Girls? Nun, Gemma Arterton hat einen netten Auftritt als sexy Gespielin Strawberry Fields, endet aber bald – ein „Goldfinger“-Zitat – als morbides Öl-Gemälde in Menschengestalt. Und die Ukrainerin Olga Kurylenko ist ohne Zweifel bildhübsch, aber Bond und sie verbindet weniger erotische Anziehung, als vielmehr die beiderseitige Rachesuche.

Keine Frage, Marc Forster erzählt die unmittelbar an „Casino Royale“ anschließende Geschichte von der Jagd nach einem Öko-Terroristen namens Greene (Mathieu Amalric) durchaus mitreißend und effizient. Aber in dieser schroffen neuen Welt ist Bond endgültig nur noch ein Markenname, nichts Vertrautes mehr.



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INHALT

Fest entschlossen, die Wahrheit aufzudecken, verhören Bond und M Mr. White, der enthüllt, dass die Organisation, die Vesper erpresst hat, viel komplexer und gefährlicher ist als zunächst angenommen. Die schöne Camille bringt Bond zu Dominic Greene, einem rücksichtslosen Geschäftsmann und der treibenden Kraft innerhalb der mysteriösen Organisation. Auf einer Mission, die ihn nach Österreich, Italien und Südamerika führt, findet Bond heraus, dass Greene ein Komplott schmiedet und versucht, die totale Kontrolle über eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen der Welt zu gewinnen. Inmitten eines Minenfeldes aus Betrug, Mord und Täuschung, verbündet sich Bond mit alten Freunden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.
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Eure Kritiken zu James Bond 007: Ein Quantum Trost

  1. Kinosucht

    Ich weiß noch nciht, wie ich den neuen Bond finden soll. wirklich verstanden habe ich ihn noch nicht. Action gibt es viel. daniel craig gibt es viel. ansonsten ist die story echt dünn.

  2. RobbyTobby

    Ein Actionfeuerwerk mit einem wieder einmal überzeugendem Hauptdarsteller. Aber auch die anderen Darsteller wie Mathieu Amalric, der hier ständg unterwegs ist, oder Olga Kurylenko können überzeugen. Insgesamt ein guter Actionfilm und ein mäßiger Bondfilm.

  3. DoktorNo

    Ein toller Film. Die Darsteller sind toll, die Actionsezenen sind toll. Unbedint reingehen.

  4. tine

    Also erstmal ist es ganz klar eine Fortsetzung und alleine der Beginn macht das sehr dynamisch, sehr deutlich …. Allerdings war eine Freundin von mir mit, die Casino Royal nicht gesehen hatte .. und auch die kam gut rein … Ich fand den Bond klasse, handwerklich gut (bei Foster hatte ich auch nichts anderes erwartet) .. schmerzende Actionszenen und Craig lässt mich alle anderen Bonds als blasse Schatten wahrnehmen … Ich mag den neuen Bond, mit „echten“ Feinden, ohne Gimmicks, mit Wut … und immer vorhandener Loyalität, auch wenn M manchmal zweifelt 🙂

  5. nina

    …und er sieht blendend aus!

  6. Kohloe

    „Der Neue“, so nennt man ihn bei uns. „Anders, erfrischend“, soll er sein.

    Ja, er ist wirklich anders, aber dass anders nicht besser unbedingt bedeutet sollte klar sein. Für mich ganz klar schlechter als Casino Royale, da ich im neuen Bond irgendwie das Agenten-Feeling vergesse. Dieser typische 007 Charmè kommt auch zu kurz.

    Schade, somit nur Durchschnitt.

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