KRITIK

Jalla! Jalla!

Jalla! Jalla! Josef Fares (Regie u. Drehbuch) hat als 24-jähriger Stockholmer Filmstudent mit großer Hilfe seiner Verwandtschaft und unter der Federführung von Lukas Moodysson, der hier nicht als Regisseur und Drehbuchautor (Raus aus Amal; !Zusammen!), sondern als Produzent agiert, diese Mulit-Kulti-Komödie erstellt. Hierzu bedient er sich diverser kultureller Klischees und bastelt sie mit einem ironischen Augenzwinkern in die Handlungsstränge seines Filmes ein.
Die beiden männlichen Hauptfiguren sind in ihren Notlagen sympathisch gezeichnet, die weiblichen Rollen erscheinen
hingegen etwas blass. Das Ausmaß der Übertreibungen bei der Bebilderung der Figuren hält sich genau in solchen Grenzen, die in einem multikulturellen Milieu sowohl Wiedererkennung als auch Distanzierung ermöglichen. Dadurch gewinnt der Film, der nicht wirklich neue Konstellationen oder Pointen bringt, diese aber auf leichte Weise präsentiert. Alles in allem ein konventionell gefilmter und erzählter Film, des neuen, immer interessanter werdenden schwedischen Kinos. Durchaus sehenswert. Rainer Bach



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INHALT

Ein Libanese, Roro, sein bester Freund, der Schwede Måns und ein Afrikaner sind im Stadtpark auf der gemächlichen Suche nach Hundehaufen und Entenmist. Ihre nicht gerade karriereförderliche Arbeits- und Lebensweise wird nur von privaten Problemen irritiert: da sind zum einen das Erektionsproblem des stattlichen Mannsbilds Måns, dem weder durch Rollenspiele noch diversen Sextoys beizukommen ist, zum anderen die glückliche Beziehung des muslimischen Roro mit seiner schwedischen Freundin Lisa, die er bisher vor seiner Familie verheimlicht hat. Und da ist die Familie Roros, die ihm just, als er seine nichtmuslimische Freundin offenbaren möchte, eine hübsche Cousine Yasmin als Heiratsverbindung vorsetzt. Es ist schon alles arrangiert, nur noch die beiden Auserwählten müssen froh mit einstimmen.
In einem ersten Gespräch unter vier Augen klärt das Paar in spe die gemeinsame Strategie: die hochzeitswütige Verwandtschaft soll noch etwas hingehalten werden, da die Interessen des muslimischen "Paares" völlig andere sind: sie möchte in Schweden bleiben, wozu sie aber nach Ansicht ihres Bruders heiraten muss; Roro möchte mit Lisa glücklich werden. Aber gegen die Politik ihrer Familien wagen sie nicht, ihre Entscheidungen offen durchzusetzen. Måns hat ebenfalls Pech, sogar ein libanesischer Wunderheiler kann sein Problem nicht beheben...
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Eure Kritiken zu Jalla! Jalla!

  1. Siggi

    Viel Spaß ohne ÜbertreibungenGenauso hätte es im täglichen Leben passieren können. Ich hatte sehr viel Spaß, auch wenn das Niveau nicht an Doris Dörrie heranreicht.

  2. tine

    prima.was für ein schöner film für einen verregneten sonntag. und die hauptdarsteller waren sympathisch … spannend wars auch noch. in jedem fall eine empfehlung wert!

  3. nico

    jalla?..sooo schnell schnell, wie es der titel verraten mag, ist der film nicht. eher ein vergnüglicher ausschnitt aus roro’s und mans („mons“) leben, der ruhig hätte noch ne stunde länger laufen können 🙂 großartig war der dickbäuchige libanesische papa („isch versteh nisch, warum liebs du yasmin nisch?“) 🙂

    sehr nett,das.

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