KRITIK

Jahrhundertfrauen

Bild (c) 2017 Splendid Film.

Der US-Regisseur Mike Mills macht aus seiner Familiengeschichte sehr schöne, sehenswerte aber fiktive Filme. In „Beginners“ (2010) widmete er sich seinem Vater, der sich mit 75 Jahren als schwul outete. Hauptdarsteller Christopher Plummer bekam dafür den Oscar. In Mills´ neuem Film geht es nun um die Mutter, unter deren alleinerziehender Obhut er aufwuchs.

„20th Century Women“, wie der Film im Original heißt, spielt 1979 in Kalifornien, ein Wandel liegt in der Luft: Aufs Hippietum folgte der Punk, US-Präsident Jimmy Carter wird nicht mehr lange regieren. Weil Mittfünfziger-Mutter Dorothea (Annette Bening, „American Beauty“), die ihr Haus nach der Scheidung zur Pension umfunktioniert hat, mit der Erziehung ihres Teenager-Sohns Jamie überfordert ist, bittet sie zwei weitere Frauen, ihr zu helfen: die krebskranke Fotografin Abbie (Greta Gerwig, „Frances Ha„), die den Jüngling mit feministischer Literatur versorgt, sowie die 17-jährige Nachbarstochter Julie (Elle Fanning, „Super 8„), die Jamie intellektuell weit voraus ist. Weshalb er sich in sie verliebt.

Mills, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, bereitet drei großartigen Schauspielerinnen die Bühne, die als „20th Century Women“ exemplarisch stehen für die Kriegs-, Nachkriegs- und Punk-Generation. Das oscarnominierte Drehbuch verknüpft Privates mit Zeitgeschichtlichem, die Inszenierung balanciert elegant zwischen nostalgischem Drama und satirischer Komödie. Schauspielerinnenkino vom Feinsten. Sehenswert.

 

Kritikerspiegel Jahrhundertfrauen



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
8/10 ★★★★★★★★☆☆ 


Durchschnitt
7.5/10 ★★★★★★★½☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.

 

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