KRITIK

Jack Reacher 2: Kein Weg zurück

Bild (c) 2016 Paramount Pictures Germany.

Bild (c) 2016 Paramount Pictures Germany.

Ganze 21 Romane hat der britische Krimi-Autor Lee Child um seinen Lieblingsprotagonisten Jack Reacher (Tom Cruise) bereits gestrickt. Auf der Leinwand gab es erst einen Auftritt. Der zweite Film taucht in die Vergangenheit des Privatdetektivs ein. Jack Reacher, früher mal Militärpolizist, ist jetzt Privatdetektiv, ein bulliger Einzelgänger mit mürrischer Weltsicht, ein Drifter, der quer durch Amerika reist und Jobs annimmt.

Vor vier Jahren hatte Tom Cruise eine ziemlich ansehnliche, weil angemessen düstere Verfilmung des neunten Buchs in die Kinos gebracht, die mit handgemachter Action und solider Spannungsführung am gängigen Hollywood-Geschepper vorbeiinszeniert war. Nun gibt es Nachschlag. Verfilmt wird diesmal der 18. Roman (deutsch: „Die Gejagten“), in dem Reacher eine Verbindungsoffizierin der Militärpolizei (immer gut: „How I Met Your Mother“-Star Cobie Smulders) aus dem Knast befreit und mit ihr flieht. Gemeinsam decken sie eine finstere Verschwörung auf – und tauchen in Reachers Vergangenheit ein, während sie es mit seiner angeblichen Teenie-Tochter zu tun bekommen.

Left to right: Tom Cruise plays Jack Reacher, Aldis Hodge plays Espin and Cobie Smulders plays Turner in Jack Reacher: Never Go Back from Paramount Pictures and Skydance Productions

Left to right: Tom Cruise plays Jack Reacher, Aldis Hodge plays Espin and Cobie Smulders plays Turner in Jack Reacher: Never Go Back from Paramount Pictures and Skydance Productions

Obwohl „Kein Weg zurück“ dem altmodischen Actionfilm-Konzept mit seinen Prügeleien und Schießereien treu bleibt, ist das Ergebnis dezent enttäuschend: Regie-Routinier Edward Zwick, mit dem Cruise schon „Der letzte Samurai“ drehte, wollte einen packenden Verfolgungsthriller inszenieren, kriegt das Timing aber nicht in den Griff. Gerade im Mittelteil schleppt sich der Zweistünder arg dahin.

Der knarzige Reacher muss ein paar gefühlige Sequenzen absolvieren, in denen weder Zwick noch Cruise den richtigen Ton treffen. Und verglichen mit Kultregisseur Werner Herzog, der im letzten Film einen irre guten Gegenspieler abgab, wirken die Schurken diesmal austauschbar. Was bleibt? Ein sehr ordentlich gemachter Reißer für zwischendurch, der aber schnell vergessen sein wird.

 

 

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