KRITIK

Jack in Love

Jack in Love In über 40 Filmen hat die Arthouse-Ikone Philip Seymour Hoffman bisher mitgewirkt. Für seine herausragende Leistung in „Capote“ gewann er 2006 den Oscar. Nun beschert er uns mit „Jack goes boating“, so der Originaltitel des Films, sein Debüt als Regisseur und übernahm auch gleich die Hauptrolle. In der tragikomischen Liebesgeschichte verkörpert der in New-York geborene Hollywood-Star den Limousinenfahrer Jack, der sich mit Frauen etwas schwer tut und deshalb von seinen beiden besten Freunden Clyde (John Ortiz) und Lucy (Daphne Rubin-Vega) verkuppelt werden soll. Die Wahl fällt auf Lucys Arbeitskollegin Connie (Amy Ryan), die Jack mit seinen Koch- und Schwimmkünsten, die er zu Beginn der Geschichte noch gar nicht vorweisen kann, für sich gewinnen will.

Mit voller Hingabe widmet sich der Anfang 40jährige der Aufgabe, in beiden Bereichen Perfektion zu erlangen. Eine Aufgabe, die ihn auch in alltäglichen Situationen nicht loslässt, so dass er auch auf offener Straße Schwimmübungen vollzieht. Nicht nur diese werden von Philip Seymour Hoffman bezaubernd dargestellt. An seiner Seite brillieren John Otiz und Daphne Rubin-Vega, die auch schon im gleichnamigen Theaterstück mit ihm zusammengearbeitet haben, sowie Amy Ryan als ebenso verquere neue Liebe von Jack. Ihre Handlungen und Gespräche sind es auch, die den Film so besonders, fast intim machen und uns den Anschein geben, wir würden unseren Freunden beim Kennenlernen, Reden und Zeitverbringen zugucken.

Dass Philip Seymour Hoffman von neurotisch bis böse jeden Typus verkörpern kann und ein Faible für die kleinen Besonderheiten des Menschen hat, weiß man schon länger, aber dass er auch hinter der Kamera eine gute Figur macht, hat er hier mit „Jack goes boating“ nun ebenfalls eindrucksvoll bewiesen. Das Erfolgsrezept ist die Liebe zum Detail und zum Dialog sowie die Zurückhaltung, die die Seymour-Hofmann-Fans bereits aus seinem Schauspiel kennen. Die Story seines Erstlingswerkes, basierend auf dem gleichnamigen Bühnenstück von Bob Glaudini, wechselt zwischen melancholischen und romantischen Augenblicken, oftmals gespickt mit skurrilen Elementen, dessen Absurditäten noch lange nach dem Ende des Filmes nachklingen und das Publikum zum Schmunzeln bringen. Die herzerwärmende Geschichte ist eine kleine feinfühlig inszenierte Perle, die sich aufgrund ihrer unübersehbaren Nähe zum Theater zuerst an Liebhaber von Bühnen- und Ensemblestücken richtet. Sehenswert



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INHALT

Jack ist ein liebenswerter Kerl um die 40, der sich in New York als Limousinen-Fahrer durchschlägt. Er führt ein ruhiges Leben, mit Frauen hat er keinerlei Erfahrung und seine größte Leidenschaft gilt dem Reggae, wie man schon an seinen Dreadlocks sieht. Doch Jacks bester Freund Clyde und dessen Frau Lucy bringen Bewegung in sein Leben. Sie wollen Jack mit Lucys Kollegin Connie verkuppeln, und die beiden kommen sich nach einem ersten Treffen tatsächlich näher. Für die vorsichtige und romantische Connie lernt Jack kochen und er nimmt Schwimmunterricht, denn Connie möchte mit ihm Boot fahren. Im Central Park, im nächsten Sommer.
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Eure Kritiken zu Jack in Love

  1. Manni

    Ein schöner Film, sehr ruhig, zurückhaltend. Mit einem beeindruckenden Hauptdarsteller.

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