KRITIK

Ja-Sager, Der

Ja-Sager, Der „Ich bin der Geist, der stets verneint“, ließ Goethe einst seinen Mephisto sagen, und dieses teuflische Prinzip wird in Peyton Reeds Komödie „Der Ja-Sager“ exakt ins Gegenteil verkehrt.

Jim Carrey spielt in dieser Radikal-Optimisten-Farce, die auf einem Roman von Danny Wallace basiert, einen muffeligen, geschiedenen Bankangestellten, der gründlich von seiner lebens- und kreditverweigernden Haltung kuriert wird. Nachdem Carl Allen ein Psychoseminar bei einem von Terrence Stamp gespielten Guru absolviert hat, sagt er zu allem und jedem Ja. Was, wie man sich leicht vorstellen kann, durchaus seine zwiespältigen Seiten hat. Wenn Allen beispielsweise einem Obdachlosen die Bitte um Geld und Mobiltelefon nicht abschlagen mag. Was ja durchaus noch lustig ist.

Oder wenn er einer alten Nachbarin den Liebesdienst nicht verweigern kann. Das ist das schon eine der grelleren, geschmackloseren Szenen des Films. Überhaupt schlägt Regisseur Reed („Down with Love“) aus der durchaus vielversprechenden Grundidee zu wenig Funken. Man mag vor dem Hintergrund der Finanzkrise darüber schmunzeln, dass Allen plötzlich jeden Kleinkredit bewilligt, aber diese zeitnahe Ironie ist ja eher Zufall.

Die Inszenierung verfällt bald in die slapstickmüde Routine einer Durchschnitts-Romanze, wobei einzig Zooey Deschanel als Allens große Liebe Charme versprüht. Jim Carrey hingegen, der hier an frühere Comedy-Erfolge wie „Liar, Liar“ anzuknüpfen versucht, bleibt blass, zumal er doch längst bewiesen hat, dass mehr in ihm steckt als ein Komödien-Kasper.



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INHALT

Totalverweigerer Carl Allen steht in einer Sackgasse: Weil er beruflich wie privat alles ablehnt, was das Leben zu bieten hat, steckt er in einer existenziellen Krise. Da polt ihn ein Selbsthilfeprogramm um, das auf genau einem Prinzip beruht - zu allem und jedem "ja" zu sagen. Kaum folgt Carl dem Rat, aktiviert er erstaunliche Ressourcen. Er wird befördert und verliebt sich. Aber der "Ja-Sager" merkt: Die neuen Möglichkeiten bieten nicht nur Vorteile.
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