KRITIK

Irrational Man

Plakat_Irrational_ManIm Dezember wird Woody Allen 80 Jahre alt, trotzdem dreht er verlässlich jedes Jahr einen neuen Film. Ebenso verlässlich war zuletzt die Regel, dass bei ihm auf jede Routineproduktion eine inspirierte Großtat folgte. Doch damit ist es jetzt vorbei. Nach „Ich sehe den Mann deiner Träume“ kam „Midnight in Paris„, auf „To Rome with Love“ folgte „Blue Jasmine“. Doch nach der flüchtigen Rom-Com „Magic in the Moonlight“ von 2014 gibt es nun überraschenderweise kein Meisterwerk zu bejubeln. „Irrational Man“ ist, gemessen am Woody-Maßstab, nur Mittelmaß.

Trotz der tollen Darsteller: Joaquin Phoenix („Her„) spielt den Philosophieprofessor Abe, der tief in der Sinnkrise steckt. In seinen Kursen schwadroniert er von Heidegger und Husserl, zu sagen hat er aber wenig. Zur Schreibblockade gesellen sich ein Alkoholproblem und Erektionsstörungen. Die Frauen stehen dennoch auf ihn: WASP_DAY_03-0228.CR2Kollegin Rita (Parker Posey) fungiert als Gelegenheitsgeliebte, als neue Muse drängt sich Studentin Jill auf – gespielt von Emma Stone, die schon in „Magic in the Moonlight“ mit von der Woody-Partie war. Es bedarf aber erst einer ebenso fixen wie dubiosen Idee, damit die Lebensgeister in den schlaffen Denker zurückkehren: Als er in einem Café eine Mutter dabei belauscht, wie sie über einen kaltherzigen Familienrichter klagt, plant Abe das perfekte Verbrechen.

Doch die Krimikomödie zündet nicht. Phoenix und Stone erweisen sich als enttäuschendes Leinwandpaar, der Plot ist nur halb so schwarzhumorig wie erwartet, auch die Dialoge sind nicht richtig lustig. Eine Grundunterhaltsamkeit, über die selbst schwächere Allen-Filme noch verfügen, ist natürlich auch in diesem Fall gegeben, und dennoch: Um die alte Regel wieder ins Werk zu setzen, müsste der Altmeister nun schon zwei Meisterwerke in Folge raushauen. Man darf gespannt sein.

 

 

 

 



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INHALT

Der Philosophieprofessor Abe Lucas ist emotional auf einem Tiefpunkt angekommen: Absolut nichts scheint ihm mehr sinnvoll zu sein - von der Lebensfreude ganz zu schweigen. Als Abe seine Dozententätigkeit an einem Kleinstadt-College aufnimmt, lässt er sich bald darauf mit zwei Frauen ein: Die einsame Professorin Rita Richards erwartet von Abe, dass er sie aus ihrer unglücklichen Ehe rettet, und seine beste Studentin Jill Pollard wird bald zu seiner engsten Vertrauten. Durch einen reinen Zufall verändert sich für Abe und Jill alles, als sie das Gespräch eines Fremden belauschen, das sie nicht mehr loslässt. Sobald Abe einen wichtigen Entschluss gefasst hat, gelingt es ihm auch, das Dasein erneut in vollen Zügen zu genießen. Doch seine Entscheidung löst eine Kettenreaktion aus, die auf sein Leben ebenso wie auf Jill und Rita weitreichende Auswirkungen haben wird. (Text: Warner Bros. Pictures Germany)
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