KRITIK

Iron Man 2

Iron Man 2 Die sog. „Follower“ von Twitter-Nachrichten waren wieder einmal früher informiert. Sie kannten sie schon lange, die Besetzungsliste, den Cast, zu Iron Man 2. Wer irgendwann vor- während- oder nach den Dreharbeiten die (im Fachjargon nur „Tweeds“ genannten) Nachrichten des Hollywood-Schauspielers und jetzt auch erfolgreichen Regisseurs Jon Favreau gelesen hatte, der durfte sich über die Vielzahl der angekündigten A-Stars in der Fortsetzung seines Überraschungs-Hits „Iron Man“ aus dem Jahr 2008 nicht wundern. So überraschte es auch nicht, dass nicht Hauptfigur Tony Stark, wieder einmal überzeugend verkörpert von Robert Downey Jr., die besten Auftritte hat, sondern ein ganz anderer. „I had a great evening with Mick“ ließ Jon Favreau seine Leser über Twitter ein ums andere Mal wissen. Dass es bei diesen Treffen mit seinem neuen Freund Mickey Rourke jedes Mal um die Rolle des Whiplash ging, war allen Fans der Figur und des Films „Iron Man“ schnell klar.

Der zweite Teil konnte ergo keine Bildungsgeschichte sein, wie der erste Teil, an dessen Ende die geläutete Hauptfigur sich endgültig dem Kampf für das Gute verschreibt. Für die Fortsetzung musste wieder einmal die alte Formel `Gut gegen Böse` aus der Mottenkiste gekramt werden. Ein, vor allem in punkto Charakterzeichnung (vor zwei Jahren noch die große Stärke des Erstlings), klarer Schritt zurück. Dass mit Tony Stark 2008 einer der unterhaltsamsten Vertreter aus der Familie der Comichelden die Bühne betrat und damit das Genre neu belebte, lag zu einem beträchtlichen Teil an seinem Hauptdarsteller Robert Downey Jr. Mit den zahlreichen Anfragen der A-Superstars aus Hollywood, so zu lesen in den Twitter-Nachrichten des Regisseurs, musste nun die Handlung auf verschiedene Charaktere verteilt werden.

In „Iron Man 2“ wird leider nie recht klar, wessen Geschichte erzählt werden soll. In den ersten 15 Minuten `gehört der Film noch der Hauptfigur`. Tony Stark muss sich mit seiner Erfindung gegen öffentliche Ansprüche zur Wehr setzen. Dem Pentagon missfällt sein Alleinstellungsmerkmal in der Privatisierung des Weltfriedens. Doch im weiteren Verlauf zu diesem Handlungsstrang, der schnell im Sande verläuft, versuchen wenig später verschiedene Parteien das Geheimnis von Starks Kampfanzug in ihren Besitz zu bringen.

Ivan Danko (Mickey Rourke) taucht auf, stellt sich in einer spektakulären Sequenz den Teilnehmern eines historischen Formel-1-Rennens entgegen, unter denen auch Tony Stark zu finden ist, und zerlegt die Boliden mit Starkstromkabeln in ihre Einzelteile: Starks Alter Ego mit dem Comicnamen Whiplash erliegt nur wenig später den verlockenden Angeboten von Starks Konkurrent Justin Hammer (Sam Rockwell). Der geschickte Techniker soll für Hammers Militärfirma Drohnen in Kampfanzügen konstruieren.

Daneben operiert außerdem noch eine supergeheime Superheldenorganisation, die von Top-Agent Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Starks Sekretärin Nathalie Rushman (Scarlett Johansson) repräsentiert wird und hier bereits fleißig die Grundlage für weitere Fortsetzungen zahlreicher Superhelden-Verfilmung legt. Damit wird auch in „Iron Man 2“ beispielsweise der Grundstein für den Film „The Avengers“ gelegt, in dem in naher Zukunft Iron Man und Hulk an der Seite von Thor und Captain America kämpfen werden.

Gesetz der festen Regeln für Fortsetzungen liegt der Quotient in punkto Tempo und Action natürlich höher als im ersten Teil. Und dennoch, trotz einiger atemberaubender Actionszenen und einiger witzigen Einzelszenen, fehlt es dem Film insgesamt an „Drive“. Der Zuschauer wird hinter den großartigen Leistungen der Darsteller einen eigentlichen Handlungsbogen vermissen. Ein großes Manko, das auch eine Scarlett Johansson im schwarzen Catsuit und ein hervorragender Darsteller wie Robert Downey Jr. nicht überbrücken kann.



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INHALT

Die Welt weiß, dass der geniale Erfinder und Milliardär Tony Stark als Superheld Iron Man für Recht und Ordnung sorgt. Diese Entwicklung hat nicht nur Vorteile für Stark: Die Regierung und die Presse erhöhen den Druck auf ihn, er solle die Geheimnisse hinter der Iron-Man-Technologie öffentlich machen. Stark will jedoch vermeiden, dass die Informationen in die falschen Hände fallen und hat es wenig später mit zwei Bösewichten zu tun. Gegen Whiplash und die Black Widow muss er auf die Hilfe seiner Freunde Pepper Potts und James Rhodes vertrauen.
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