KRITIK

Insidious

Filmplakat zu InsidiousGeräusche vom Dachboden, Stimmen durchs Babyfon: Grusel alter Schule. Schleichend (engl. insidious), bis das Blut gefriert, klassisch im so genannten „Haunted House-Genre“. Von Regisseur James Wan und Autor Leigh Whannell, den Erfindern der Mord-und-Folter-Reihe „Saw“, hätte man einen Horrorfilm dieser relativ unblutigen Art kaum zugetraut. Hier haben sie sich an Spukhaus-Klassikern wie „Poltergeist“ von Tobe Hooper (USA, 1982) und „Bis das Blut gefriert“ (OT: „The Haunting“) von Robert Wise (USA, 1964) orientiert – und ihren Film mit ein paar wirkungsvollen Twists variiert.

Es beginnt klischeegemäß mit einer Mittelstands-Familie im Eigenheim-Idyll, das erwartungsgemäß bald zerbirst: Söhnchen Dalton fällt nach einem ominösen Vorfall auf dem Dachboden ins Koma, Mutter Renai (Rose Byrne, derzeit auch intrigante Brautjungfer in „Brautalarm“) stößt auf Merkwürdiges, Ehemann Josh (Patrick Wilson, „Watchmen“) glaubt ihr zunächst nicht.

Szene aus dem Film InsidiousNur wenig später stellt sich die Frage: Ist das Haus verhext? Der Auszug der Familie ist ernüchternd: Der Grusel steckte nicht im Haus, er steckt noch im Sohn. Nun ist der Clou am Film, dass es im letzten Drittel weniger um Exorzismen, Parapsychologen und Teufelsfratzen geht (obwohl an diesen Elementen nicht gespart wurde), sondern um die Frage nach dem Warum die Heimsuchung bei uns? Und so wühlt sich „Insidious“ in ein verschüttetes Trauma hinein, das kein wirklich versöhnliches Ende zulässt.

Die Geisterjäger kommen. Doch Ironie sucht man hier vergebens, dafür gibt es eine Art Geisterbahnfahrt ins Jenseits, die kompetent aus David Lynchs Traumwelten schöpft. Heraus kommt am Ende ein Horrorfilm nach Maß, effektiv unheimlich. Ein Mix, der in den USA sehr gut ankam, in Übersee spielte der Film mehr ein als beispielsweise Scream4.

 



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INHALT

Für die Familie Lambert geht ein langgehegter Traum in Erfüllung. Der Lehrer Josh und seine Frau Renai haben für sich und ihre drei Kinder ein schmuckes Einfamilienhaus gefunden. Doch schon bald geschehen mysteriöse Dinge. Stimmen dringen durch das Babyphone, Schritte werden auf dem Dachboden hörbar. Als ihr Sohn Dalton aus unerfindlichen Gründen vom Dachboden stürzt und ins Koma fällt, sind sich Josh und Renai sicher: Das Haus ist verflucht.
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