KRITIK

Inferno

Bild (c) 2016 Sony Pictures.

Bild (c) 2016 Sony Pictures.

Älter ist Tom Hanks geworden, im Vergleich zu älteren Robert Langdon-Auftritten besser frisiert ohnehin, ansonsten aber hat sich nicht viel geändert in der Abteilung für Dan-Brown-Verfilmungswesen. Erneut muss sich Hanks als Symbologe auf eine bildungsbürgerlich aufgemotzte Rätsel-Rallye durch europäische Kulturstädte begeben, wie gehabt wird er dabei von einer schönen jungen Frau unterstützt, wie gewohnt wechseln sich kunsthistorische Knobeleien, hektische Verfolgungsjagden und touristische Stadterkundungen in gefälliger Taktung ab. Und, klar: Schrille Bösewichter gibt es auch wieder.

Sieben Jahre nach „Illuminati“ ist die Bedrohungslage noch gestiegen: Diesmal droht ein irrer Milliardär (Ben Foster, „Todeszug nach Yuma“, Lance Armstron in „The Program“) damit, für einen Reset auf Erden die Hälfte der Menschheit mittels eines neuartigen Pest-Virus auszulöschen. Langdon erwacht in einem Krankenhaus in Florenz – gepeinigt von Höllenvisionen und ohne Erinnerung an die letzten Tage. Zusammen mit der ebenso attraktiven wie verdächtig hilfsbereiten Ärztin Dr. Brooks (Felicity Jones, „Die Eroberung der Unendlichkeit“) muss er alsbald vor Schergen verschiedenster Dienste fliehen und einen Rätselparcours absolvieren, der sich diesmal thematisch ums „Inferno“ dreht, den ersten Teil der „Göttliche Komödie“ des italienischen Renaissance-Dichters Dante Alighieri.

Szene_InfernoWährend Langdon in bewährtem Stil zwischen Indiana Jones und Nerd-Dozent Hinweisen in Botticelli-Gemälden nachgeht, Dantes verschwundener Totenmaske hinterherrecherchiert und über Venedig nach Istanbul gelangt, sorgt nur der dramaturgische Kniff, dass der Amnesiegeplagte diesmal sogar sich selbst nicht trauen kann, für etwas Ablenkung vom gesetzten Standard. Irgendwann ist trotzdem das letzte Rätsel gelöst, der Film endet wie die Vorgänger in pathetischem Wohlgefallen.

Das ist natürlich viel zu wenig, um anspruchsvolle Thrillerfreunde bei der Stange zu halten, doch routiniert genug, um Brown- oder Hanks-Fans gebrauchsfertig zu unterhalten. Die Nebendarsteller jedenfalls sind top: Neben Irrfan Khan („Life of Pi“) als Bösewicht und Omar Sy („Ziemlich beste Freunde“) als Agent gefällt vor allem „Borgen“-Star Sidse Babett Knudsen als Chefin der Weltgesundheitsorganisation – Langdons verhinderte Liebe.

 

 

Kritikerspiegel Inferno



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Stefan Turiak
Widescreen, dramadandy.de etc.
2/10 ★★☆☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3.5/10 ★★★½☆☆☆☆☆☆ 


 

Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.



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