KRITIK

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

„I´ve got a bad feeling about this.“ – Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, den Geistern, welche man herbei rief, im Falle eines inszenierten, vierten Blockbusters des „Indiana Jones Franchise” gerecht werden zu müssen, sollte sich im nach hinein natürlich nicht wundern, wenn im Falle eines eigenen Scheiterns Kritik und Häme des Feuilletons an der Tagesordnung sind. Im Falle weiterer Abenteuer, welche der klassischen Indiana Jones Trilogie folgen sollen, sollte man nicht nur vollmundig weitere Großtaten ankündigen, sondern steht als Regisseur auch in der Pflicht, diese in die entsprechende (inszenatorische) Tat umzusetzen, damit die eigenes geschaffene, seit Anfang der achtziger Jahre existierende Fan-Gemeinde des ikonischen Schlapphut Trägers mit der hervor schnellenden Peitsche zufrieden gestellt werden kann. Und das eigene, übergroß gewordene Regisseurs-Ego sollte zwecks Erreichung dieses Zieles ein klein wenig zurückgestellt werden. Doch leider kann George Lucas und Steven Spielbergs vierter Indiana Jones Ableger „Das Königreich des Kristallschädels” diese Erwartungen letzten Endes nicht ganz erfüllen…George Lucas merkte jedenfalls an, das Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels „auf allerhöchstem technischen- und narrativen Niveau gedreht worden sei…” Und zumindest geben sich George Lucas, Steven Spielberg und die zuständigen Drehbuchautoren Jeff Nathanson und David Koepp alle sichtbare Mühe, mit dem „Königreich des Kristallschädels “ erzählerisch an das entsprechende Niveau des letzten „Kreuzzuges” anzuknüpfen.

Das „Indiana Jones Und das Königreich des Kristallschädels” dabei nicht ganz die inszenatorische Klasse der Vorläufer-Abenteuer erreicht, liegt keineswegs an den zur Zeitgeschichte der fünfziger Jahre passenden, dieses mal antiquiert-kommunistisch wirkenden und daher gewöhnungsbedürftigen, russischen Gegenspielern. Sondern dieses mal, trotz zweifelsfrei immer noch vorhandenem Spielberg´schem Regietalent, am fehlendem Mut, die typisch dramatischen Momente des mittlerweile vierteiligen(!) Franchises (beispielsweise im typischen Serien-typischen Showdown) wieder einmal auf die entsprechende, ohne dieses mal erkennbaren CGI-Zusatz magisch nachwirkende Spitze zu treiben. Ebenso wenig können die dazugehörigen, geschaffenen Bilder den Esprit vergangener Blockbuster-Dekaden als auch die dazugehörige, bekannte Urgewalt verströmen, welche stets auf den Betrachter niederging. Also förmlich ans Geschehen fesselte. Und daher verbleiben viele Momente in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” nicht allzu lange im Gedächtnis des Publikums…Deutlich wird das vor allem im Angesicht der Auflösung um das „Indiana Jones typische” Archäologie-Rätsel des sagenumwobenen Kristallschädels, wenn Indiana Jones und Begleiter letztendlich ziemlich abgekämpft dem George Lucas typischem, visuell „Fantastischem” in Form eines „mehrdimensionalen Phänomens“ beiwohnen dürfen…Um im konsequentem Sinne beziehungsweise daraufhin folgendem, heimelig wirkendem Ambiente ihre vermeintliche Familienzusammenführung erfahren. Aber Indiana Jones braucht doch einen Nachfolger, ODER? Also werden wohl noch einige Abenteuer und daraus resultierende Differenzen zu überstehen sein…

Und daher verbleiben viele Momente in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” nicht all zu lange im Gedächtnis des Publikums. Deutlich wird das vor allem im Angesicht der Auflösung um das „Indiana Jones typische”-Archäoligie-Rätsel des sagenumwobenen Kristallschädels, wenn Indiana Jones, dessen Sohn nebst Mutter letztendlich ziemlich abgekämpft bzw. ermüdet dem George Lucas typischem, visuell „Fantastischem” in Form eines „interdimensionalen Phänomens” beiwohnen dürfen. Um im konsequentem Sinne, heimelig wirkendem Ambiente ihre vermeintliche Familienzusammenführung zu erfahren. Aber Indiana Jones braucht doch einen Nachfolger, ODER? Also werden wohl noch einige Abenteuer und daraus resultierende Differenzen zu überstehen sein…

Steven Spielberg lässt einfach das notwendige Quäntchen Fingerspitzengefühl, die inszenatorische Glaubwürdigkeit beziehungsweise Raffinesse vergangener Popcorn-Blockbuster-Dekaden vermissen. Also wenn es darum geht, ein „vollkommen” authentisches Setting zu erschaffen. Gelingt es einem dennoch, einen persönlichen Zugang zum „Königreich des Kristallschädels” zu finden, dürfte man aber nach geraumer Zeit über so manche Schwäche Dank vieler noch folgender, spaßiger und routiniert inszenierter wirkender (Action)Momente gerne hinweg sehen. Harrison Ford und Shia LeBeuouf spielen sich ungeniert die Bälle zu, harmonieren prächtig miteinander und tragen wesentlich zur dringend benötigten Authenzität beziehungsweise Glaubwürdigkeit in Sachen Schilderung des emporsteigenden Familienclashs samt dazugehöriger Aussöhnung bei. Und nebenbei sorgen Karen Allen und Ray Winstone als raue Sidekicks für einigen Wirbel…Cate Blanchett hingegen gerät als klischeehaft wirkende, russische Gegenspielerin „Irina Spalko” in Kombination mit ihrer unpassenden Prinz Eisenherz Frisur leider zu einer echten Farce…Und kann so den charismatischen, glaubwürdigeren Gegnern aus den Vorläufer-Abenteuern leider nicht das sprichwörtliche Wasser reichen… Ebenso wird ein sehr guter Schauspieler wie John Hurt („Alien”) in seiner Rolle als augenscheinlicher Ersatz für Sean Connery´s ehemals querköpfigen, liebenswert-tollpatschigen Professor Henry Jones Senior zu einem reinem Plotdevice beziehungsweise Stichwortgeber degradiert. So wird am Ende einiges an narrativem Potential liegengelassen… Nach Gewichtung aller Vor-und Nachteile verbleibt ein am Ende also über weite Strecken solide bis unterhaltsam-verspielt wirkender Abenteuer-Film, welcher aber mehr denn je, also im Gegensatz zu seinen Vorläufern, mit der eigenen Thematik sein Publikum zu kontroversen Diskussionen, ja zum leichten mögen oder sogar zum richtigen Hassen auffordert…

Erstarrte man im Angesicht vor den in den Abenteuer-Vorläufern auftauchenden, klassischen McGuffins wie der Bundeslade oder des Heiligen Grals als großer, ausladender, heraufbeschworener Geste an die Illusionsmacht des Kinos und an den dazugehörigen eigenen, anerzogenem religiösem Glaubens an Gott beziehungsweise eine übergeordnete Macht noch in tiefer Ehrfurcht, übertreiben es George Lucas und Steven Spielberg aktuell mit ihrer digitalen, finalen Herrlichkeit, wenn auffällig künstliche „Aliens” die moderne „Indiana Jones” Filmlandschaft bevölkern…Und man einen postmodernen Bezug zu einem wieder einmal entmythologisierten McGuffin herstellen soll, welcher sich auch fernab aller Leinwand-Realität als heißes, anzufassendes Eisen offenbart. Denn die Meinungen zu den (in Indiana Jones IV teils selbstironisch-amüsant vorgetragenen) angeblichen Vorfällen zu Roswell & Co spalten auch heute noch die globale Bevölkerung…Und auch in Zukunft wird wohl im Hinblick auf dieses Thema (Phänomens) weiterhin eine Unvereinbarkeit verschiedener Meinungen existieren…Steven Spielberg und George Lucas versuchen dieses Problem aber nicht zu Gunsten des Publikums in glaubhafter Manier zu lösen, sondern lediglich mit relativ plumpen Erzähl-Mitteln, in dem die wohl mittlerweile breitgetretenen, dem 50er Jahre Science Fiction Genre entliehenen Bilder diverser Invasions-Hirngespinst-Szenarien entnommen und präsentiert werden, welche lediglich den inneren Ängsten vor dem wahren, russischen Feind des kalten Krieges entsprachen…Den Machern ging es also lediglich darum, ihrer eigenen Liebe zum Sujet, also dem Abenteuer- und Science Fiction-Kino ab den gegenwärtigen fünfziger Jahren zu huldigen beziehungsweise Ausdruck zu verleihen. Und sich vor ihrem eigenem Schaffen noch einmal zu verbeugen… Aber was hat man persönlich davon, wenn sich „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels” nur als maximal mittelmäßige beziehungsweise solide Abenteuerkost ohne einen größeren Widerschauwert erweist, welche sich als nur manchmal gekonnte Vermischung von Tradition und Moderne fleißig selbst zitiert? Damit mit man sich „wahrscheinlich“ von ihr verabschieden kann. Steven Spielberg ist, betrachtet man das „Königreich des Kristallschädels“ insgesamt, zweifelsfrei immer noch in der Lage, erstaunliche Geschichten zu erzählen…Nur leider fehlt ihm in „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ab und an das Gespür für die richtigen „Zwischentöne“…“ Letztendlich bleiben mit dem vierten „Indiana Jones“ Ableger die Erwartungen unerfüllt, das dem gesamten Genre nun die dringend benötige, PERFEKTE Frischzellenkur verpasst wird…

Und nebenbei sorgen Karen Allen und Ray Winstone als raue Sidekicks für einigen Wirbel. Cate Blanchett hingegen gerät als klischeehaft wirkende, russische Gegenspielerin „Irina Spalko” in Kombination mit ihrer unpassenden Prinz Eisenherz Frisur leider zu einer echten Farce. Und kann so den charismatischen, glaubwürdigeren Gegnern aus den Vorläufer-Abenteuern leider nicht das sprichwörtliche Wasser reichen. Ebenso wird ein Schauspieler wie John Hurt („Alien”) in seiner Rolle als augenscheinlicher Ersatz für Sean Connerys ehemals wirrköpfig-liebenswert-tollpatschigen Professor Henry Jones Senior zu einem reinem Plotdevice / Stichwortgeber degradiert. So wird am Ende einiges an narrativem Potenzial liegen gelassen. Nach Gewichtung aller Vor-und Nachteile verbleibt ein am Ende also über weite Strecken solide bis unterhaltsam-verspielt wirkender Abenteuer-Film, welcher aber mehr denn je (also im Gegensatz zu seinen Vorläufern) mit der eigenen Thematik sein Publikum zu kontroversen Diskussionen auffordert…

Erstarrte man im Angesicht vor den in den Abenteuer-Vorläufern auftauchenden, klassischen McGuffins wie der Bundeslade oder des Heiligen Grals als großer, ausladender, heraufbeschworener Geste an die Illusionsmacht des Kinos und an den dazugehörigen eigenen, anerzogenem religiösem Glaubens an Gott bzw. eine übergeordnete Macht noch in tiefer Ehrfurcht, übertreiben es George Lucas und Steven Spielberg hier mit ihrer digitalen, finalen Herrlichkeit, wenn auffällig künstliche „Aliens” die moderne „Indiana Jones” Filmlandschaft bevölkern.

Und man einen postmodernen Bezug zu einem wieder einmal mythologisiertem McGuffin herstellen soll, welcher sich auch fernab aller Leinwandrealität als allzu heißes Eisen offenbart. Denn die Meinungen zu den (in Indiana Jones IV teils selbstironisch-amüsant vorgetragenen) angeblichen Vorfällen zu Roswell & Co spalten auch heute noch die globale Bevölkerung. Auch in Zukunft wird wohl im Hinblick auf dieses Thema (Phänomens) weiterhin eine Unvereinbarkeit verschiedener Meinungen existieren. Steven Spielberg und George Lucas versuchen dieses Problem hingegen nicht zu Gunsten des Publikums in glaubhafter Manier zu lösen, sondern lediglich mit relativ plumpen Erzählmitteln, in dem die wohl mittlerweile breit getretensten, dem 50er Jahre Science-Fiction-Genre entliehenen Bilder diverser Invasions-Hirngespinst-Szenarien entnommen und präsentiert werden, welche lediglich den inneren Ängsten vor dem wahrem (russischem) Feind des kalten Krieges entsprachen. Den Machern ging es also lediglich darum, ihrer eigenen Liebe zum Sujet (dem Abenteuer- und Science Fiction-Kino) ab den gegenwärtigen 50er Jahren zu huldigen und Ausdruck zu verleihen. Und sich vor ihrem eigenem Schaffen noch einmal zu verbeugen…

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels offenbart sich als gut gemeinte Abenteuerkost beziehungsweise teils sehenswerte, letzten Endes mittelmäßige Hommage an die wohl einprägsamste Blockbuster-Ära der Filmgeschichte, die achtziger Jahre. Wo Indiana Jones draufsteht ist aber leider kein gewohnt perfekter Indiana Jones mehr drin. Und daher ist  es Harrison Ford und dem restlichem, launig aufspielendem Cast zu verdanken, das der vierte Indy Ableger nicht in den Niederungen des Blockbuster-Segments verschwindet. Gemessen an der alten Trilogie und der aufgebauten Erwartungshaltung seitens der Macher wird man aber zurecht enttäuscht.



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