KRITIK

Im Tal von Elah

Im Tal von Elah Die Geschichte steht im Alten Testament: 1. Buch Samuel, Kapitel 17. Sie handelt vom furchtlosen jungen David, der im Tal von Elah den Riesen Goliath besiegt, nur mit einer Steinschleuder bewaffnet. Regisseur Paul Haggis („L.A. Crash“) spielt schon im Titel auf diese biblische Helden-Mär an. Aber er benutzt sie, um von einem Mann zu erzählen, der vom Glauben abfällt.

Hank Deerfield, ein Vietnamveteran und tadelloser Patriot, erhält die Nachricht, dass sein Sohn Mike, der soeben mit seiner Division aus dem Irakkrieg zurückgekehrt ist, als vermisst gilt. Tommy Lee Jones spielt diesen Hank verschlossen bis zur Unkenntlichkeit. Ein Mann ohne Eigenschaften, der bereits einen Sohn im Krieg verloren hat, aber an der Armee nie zweifeln würde. Erst im Zuge seiner Nachforschungen über Mikes Verschwinden wird sein Weltbild derart auf den Kopf gestellt, dass er am Ende sogar die amerikanische Flagge falsch herum aufhängt.
Paul Haggis inszeniert „Im Tal von Elah“ als abgründigen Thriller, der auf tatsächlichen Begebenheiten und dem Artikel „Death and Dishonour“ von Mark Boal gründet. Eigentlich aber erzählt er ein Heimkehrer-Drama. Eines, das nicht von offensichtlichen Verwundungen, sondern von seelischen Deformationen handelt.

„Im Tal von Elah“ ist im Kern ein bitter anklagender Film. An Satiren im Stile von „M*A*S*H“, die damals den Vietnamkrieg spiegelten, scheint in Hollywood derzeit aus guten Gründen nicht zu denken zu sein. Nur gen Ende überreizt Haggis das Pathos. Und eines wüsste man zudem gerne: Wer soll in diesem Irakkriegs-Gleichnis eigentlich David, wer Goliath sein?



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INHALT

Mike Deerfield ist ein vorbildlicher US-Soldat, der sich bei seinem Einsatz im Irak mit mustergültigem Verhalten ausgezeichnet hat. Dennoch verschwindet er kurz nach seiner Rückkehr in die USA spurlos. Sein Vater Hank, ein pensionierter Berufssoldat, und seine Frau Joan wenden sich an die junge Polizistin Emily Sanders, die bei der Suche nach Mike helfen soll. Schnell haben sie einen fürchterlichen Verdacht: Könnte Mike nach einer durchzechten Nacht von Freunden aus seinem eigenen Platoon ermordet worden sein?
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