KRITIK

I am Legend

I am Legend Nur ein kurzer, anbetungswürdig sarkastischer Schnitt trennt hier die Hybris von der Hölle: Gerade noch hat Emma Thompson als Wissenschaftlerin in einem Fernsehinterview ihren Sieg gegen den Krebs gefeiert, mittels eines genetisch manipulierten Virus. Man müsse sich, sagt sie, diesen Erreger vorstellen wie ein Auto, bei dem der böse Mann am Steuer gegen einen Guten getauscht worden sei. Also, der Krebs ist geheilt? „Ja“, entgegnet sie, und lächelt. Dann dieser Schnitt, und die Welt ist nicht mehr, was sie war.

Robert Neville (Will Smith), der vermutlich letzte Mensch auf Erden, verfolgt im hochtourigen Ford Rehe durch die überwucherten Straßenschluchten New Yorks, ein Großstadtjäger – und dabei selbst bedrohte Spezies. Es ist ein Genretopos, gewiss, aber diese Verbindung von Archaischem mit Futuristischem verfehlt ihre Wirkung nicht. Was macht der Mensch, wenn es keine Menschen mehr gibt?

Robert Neville, selbst Wissenschaftler und aus unerfindlichen Gründen immun gegen die Pandemie, lebt aus der Konserve, spricht mit Schaufensterpuppen, sendet Nachrichten in den leeren Äther, forscht weiter nach dem heilenden Serum und verbarrikadiert sich des nachts in seiner Villa. Denn nur die Glücklichen sind durch das Virus getötet worden. Die anderen, die „Darkseeker“, sind als Untote zum vampirischen Schattendasein verdammt.

Schon zweimal ist Richard Mathesons düsterer Sciencefiction-Roman „I Am Legend“ verfilmt worden, in den 1960ern mit Vincent Price als „Last Man On Earth“, später mit Charlton Heston als „Omega Mann“. Aber Will Smith und Regisseur Francis Lawrence („Constantine“) schaffen es, die Geschichte ganz zeitnah, ganz eigen wirken zu lassen.

Es gibt eine Menge ähnlicher Filme. Zuletzt hat Danny Boyle mit „28 Days Later“ eine solche Untergangsfabel inszeniert. Aber „I Am Legend“ ist derart spannend erzählt, dass man bedenkenlos und gebannt folgt und ganz in der Erlösungssehnsucht aufgeht.

Einmal gerät Neville mit seiner treuen Hündin in eine Falle der „Darkseeker“. Nur ein schmaler Lichtstreifen trennt sie noch. Ein schönes Bild, für das, was bleibt: ein Hoffnungsschimmer



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INHALT

Drei Jahre, nachdem ein tödlicher Virus fast alles Leben auslöschte, ist Biologe Robert Neville völlig allein in New York. Tagsüber streift er durch die verlassene Metropole - auf der Suche nach Essen und anderen Überlebenden. Nachts verbarrikadiert er sich in seiner Wohnung. Denn dann kommt die Zeit aggressiver Kreaturen, die durch den Virus mutierten und Jagd auf den vielleicht letzten Menschen machen: Neville.
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Eure Kritiken zu I am Legend

  1. Brit

    Was für ein langweiliger Film. mehr Schauwerte als Inhalt, mehr Effekte als eine tiefer gehende Story. Die Bilder sind toll, keine Frage aber der Film ist so schnell vergessen wie der letzte Krümel Popcorn zwischen den Zähnen.

  2. CineNicole

    Extrem spannend und nervenzerreisend!!! Ansonsten aber trotz des großen Rummels um den Film nichts besonderes. Das Ende ist sehr abrupt und unausgegohren. Nur für ein einmaliges Filmvergnügen im Kino geeignet.

  3. RobbyTobby

    Liebe Leute, das Ding ist ein Meisterwerk von der ersten bis zur letzten Minute. Der Schauplatz ist klasse, die Stimmung ist super und Will Smith hat man noch nie so gut gesehen. Ich war und bin gefesselt. Unbedingt sehenwert.

  4. Manni

    Guter Film. Guter Will Smith.

  5. Udo

    Ihr habt recht. Der Film ist echt unausgewogen. Es sind zwei Filme in einem. Warum mussten es ausgerechnet diese Zombies sein? Keine Ahnung. Während die erste halbe Stunde noch fesselt, sind die weiteren 90 min nur noch öde. Schade!

  6. Tomasek

    Was für ein Bockmist! I am legend hatte als Idee sichtbar den Omega Man als Vorlage wobei dieser um Längen besser ist als diese überbewertete Käse mit Will Smith. Das Ende ist ein echtes Ärgernis.

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