KRITIK

I´m not a f**king Princess

Plakat zum Film Im not a f..king PrincessIm Jahr 1976 war es ein kleiner Skandal, als es die elfjährige Eva Ionesco als jüngstes Model in den italienischen „Playboy“ schaffte. Andere Blätter druckten die lasziven Lolita-Bilder gierig nach – dem „Spiegel“ bescherte das eine Rüge durch den Presserat. Unglaublich dabei: Die grenzpädophilen Fotos schoss Ionescos eigene Mutter, Irina.

Nun hat Eva Ionesco, heute 46, ihre Geschichte eigenhändig verfilmt. Doch weder eine selbsttherapeutische Psychostudie noch das Zeitbild einer (allzu?) libertären Ära oder gar eine Kunstwelt- oder Mediensatire ist ihr dabei gelungen: Die Charaktere bleiben auf Distanz. Die (natürlich vorhandenen) Konflikte versanden im ruhigen Erzählrythmus am erzählerischen Wegesrand. Bis am Ende in die freudsche Mottenkiste gegriffen wird, darf sich das Mädchen allmählich gegen die Mutter auflehnen, doch als Emanzipationsgeschichte bleibt der Film viel zu vage.

Szene aus dem Film Im not a f..king PrincessSpätestens wenn Isabelle Huppert als strauchelnde Mutter im Stummfilmdiven-Look exzentrisch durch die morbiden Dekorationen irrlichtert, fällt der dramaturgische Bogen, so er jemals vorhanden war, vollkommen in sich zusammen. Und die Darsteller, mit Ausnahme der überzeugenden (zur Drehzeit erst zehnjährigen) Anamaria Vartolomei, zeichnen kaum mehr als eine Karikatur. Das ist alles viel zu wenig für eine filmische Aufarbeitung.

 

Kritikerspiegel I´m not a f**king Princess



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
4/10 ★★★★☆☆☆☆☆☆ 


Christian Gertz
nadann... Wochenschau, mehrfilm.de
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Klaus Peter Heß
Münstersche Zeitung
3/10 ★★★☆☆☆☆☆☆☆ 


Durchschnitt
3.5/10 ★★★½☆☆☆☆☆☆ 




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