KRITIK

Hustle & Flow

Hustle & Flow
Der wahre Künstler muss leiden, das war schon immer so. Er muss den Dreck der Straße fressen, bis es ihm die Kehle zuschnürt und der innere Druck dann eines Tages so groß wird, dass der Knoten platzt und der Künstler all die unverdauten Schmähungen zurück spuckt, bloß dass sie sich dabei in goldene Worte verwandeln – oder in Goldkettchen, wenn es sich um einen Rap-Star handelt.

Und schon sind wir mitten in der packenden Lebensgeschichte des jungen D-Jay (Terrence Howard), eines Zuhälters und Drogendealers aus Memphis, der vom Leiden ein Liedchen singen kann. Dauernd jammern ihm seine Huren die Ohren voll, wie viel sie bei dem ewigen Geflenne verdienen. Manchmal muss D-Jay sogar den Babysitter für den Wechselbalg spielen, den eine der Prostituierten mit in sein Wohnbordell geschleppt hat.

Doch endlich, endlich erlebt der Gebeutelte eine Art Epiphanie. In der Kirche, wo sein Kumpel Key Orgel spielt, hört er eine krankhaft falsettierende Spinatwachtel Soul singen und muss zur Abwechslung selber weinen. Die Musik soll sein Leben werden, sein Leben Musik, und schon bald ist im provisorischen Studio der erste knallharte Hip-Hop-Hit geboren, zu dem eine schwangere 20-Dollar-Hure den Refrain singt: „You know it‘s hard out here for a pimp“– ihr wisst, Freunde des Lebens und der Lyrik, es ist verdammt hart hier draußen für einen Zuhälter.

Es ist ein ganz staunenswertes Erbauungsmärchen, das Regisseur und Drehbuchautor Craig Brewer hier mit dem durchaus respektablen Terrence Howard in der Hauptrolle des gelockten Luden mit Rhythmus im Blut erzählt. Eine Glaub-an-deinen-Traum-Ballade im Gangsta-Style, die man vermutlich aber erst wirklich zu schätzen weiß, wenn man erfolgloser Zuhälter ist oder noch schlimmer gelitten hat.



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INHALT

Einst träumte Djay von einer Karriere als Rapper, wie es zum Beispiel seinem alten Schulkumpel, Gangsta-Rapper Skinny Black, gelang. Doch bei Djay reichte es nur zum richtigen Gangster, mit kleiner Drogenküche und drei hübschen Pferdchen, die für ihn laufen. Da hört der Pimp von einem Konzert, das Skinny Black ganz in der Nähe geben wird. Er beschließt, ihn mit einem Demo zu überraschen, auf dass Skinny seine sicher superben Industriebeziehungen spielen lassen möge. Doch erst mal will der Song seines Lebens komponiert, arrangiert und eingespielt werden...
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Eure Kritiken zu Hustle & Flow

  1. Sneaker

    So schlecht war der Film nicht. Durfte ihn in der Sneak sehen. Allen voran die schausp. Leistungen konnten sich sehen lassen. Und dass die Musik gut werden würde, davon konnte man ausgehen. Sehenswert.

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