KRITIK

Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm

Hidalgo - 3000 Meilen zum Ruhm Die Westerngeschichte ist voll von Männern, denen auf ihren Präriereisen nur ein einziger verlässlicher Freund zur Seite stand: das Pferd. Der Kurierreiter Frank T. Hopkins, überzeugend verkörpert von Herr der Ringe Star Viggo Mortensen aber, ein Cowboy-Haudegen und Indianer-Halbblut, pflegt zu seinem Mustang Hidalgo nicht bloß eine Kumpel-Beziehung, nein, hier darf man getrost von Liebe sprechen. Zumal das Tier treu und blitzgeschwind ist – das schnellste Pferd der Welt, wie Hopkins behauptet. Leider gehen Ross und Reiter nicht in allerbester Verfassung an den Start des sagenumwobenen Rennens „Ocean of Fire“. Ähnlich dem „Last Samurai“-Armisten Tom Cruise laboriert Frank an Alkoholproblemen.
„Hidalgo“ soll auf der wahren Geschichte des Frank T. Hopkins aus dem Jahre 1890 beruhen, dessen schmuckreicher Erlebnisbericht allerdings von niemandem bezeugt werden mochte. Deshalb ist ein Glaubenskrieg unter den Pferdenarren dieser Welt entbrannt. Ein bisschen viel der Ehre für einen netten Disney-Familienfilm, dessen Regisseur Joe Johnston („Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“) nichts als eine klassische Abenteuergeschichte erzählen will. Mit „Lawrence von Arabien“ kann die sich nicht messen, eher mit „Indiana Jones“. Durchaus unterhaltsam aber geht es zu, manchmal unfreiwillig komisch und, was die Schauspieler betrifft, sehr amüsant.
Scheich Omar Sharif bekannte kürzlich in einem herrlichen Interview: „Meine Selbstachtung ist in Gefahr, auch meine Ehre! Meine Enkelkinder machen doch schon Witze: Großvater! Der letzte Film war noch schlechter als der davor!“ Hier nun spielt er, als sei ihm der Spott auch schon egal. Und Viggo Mortensen, der langhaarige Thronfolger Aragorn in „Herr der Ringe“, hat offenbar im Fantasy-Reich jede Ironie verloren. Einer orientalischen Schönheit, die ihn fragt, weshalb er sein Leben für sie riskiere, entgegnet sein Hopkins mit der Inbrunst des ehrlich Besessenen: „Mein Pferd mag dich.“



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INHALT

Der Wilde Westen, 1890: Der Kurierreiter Frank Hopkins und sein Pferd, der drahtige Mustang Hidalgo, gehen gemeinsam durch dick und dünn. Ihr Ruf ist so legendär, dass er über den Ozean bis nach Saudi-Arabien dringt. Eine Gesandtschaft des Scheichs lädt Hopkins ein, seine Kräfte mit den stolzesten Reitern des Orients zu messen – bei einem mörderischen Ausdauerrennen, das Reiter und Pferde über 3000 Meilen hinweg durch den Glutofen der arabischen Wüste führt. Hopkins willigt ein und begibt sich auf das Abenteuer seines Lebens. Denn nicht nur unerträgliche Hitze, missgünstige Konkurrenten, ruchlose Schurken, Sandstürme, Heuschreckenschwärme und eine wunderschöne Prinzessin erwarten den Cowboy fernab der Heimat, sondern auch seine inneren Dämonen, denen er auf dem Rücken von Hidalgo stets zu entfliehen versucht hat …
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Eure Kritiken zu Hidalgo – 3000 Meilen zum Ruhm

  1. Black Beauty

    Schöner Mann…Viggo Mortensen sieht leider nicht ganz so gut aus, wie im Herrn der Ringe. Abgesehen davon wird dem Zuschauer eine recht blasse Vorstellung geliefert, die an einen laaangen Marlboro-Spot erinnert. Schade.

  2. Udo

    DialogeJa, vor allem die Dialoge sind ein Graus. Ouh Mann, „weil dich mein Pferd mag..“, wer ergreift nach solchen Worten nicht schlecht das Weite?

  3. Jerry82

    Hey Leute, coole Seite! Hidalgo habe ich erst am Wochenende gesehen. Ein überzeugender Abenteuerfilm. Der Herr der Ringe-König auf dem Pferd in der Wüste… Tolle Aufnahmen, ein bisschen Spannung, was will man mehr an einem Samstagabend…

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