KRITIK

Herr Bello

Herr Bello Armin Rohde ist der neue König des Kinderfilms. Letztes Jahr polterte er als „Räuber Hotzenplotz“ durch die gleichnamige Preußler-Verfilmung, jetzt darf er sich im Hundefach versuchen. Und das in allerbester Umgebung.

Denn „Herr Bello“, so heißt der auf den Hund gekommene Rohde hier, ist die neueste Erfindung des ruhmreichen Autoren und „Sams“-Erfinders Paul Maar, und auch sie wurde wieder von dessen „Sams“-Erfolgsgenossen Ben Verbong (Regie) und Ulrich Limmer (Produktion) in wirkungsvoller Buntheit für die Leinwand hergerichtet.

Bello wird zunächst noch in (haus-)tierischer Gestalt ins idyllische Landhaus des verwitweten Architekten Sternheim (schön konfus: August Zirner) eingeliefert, doch schon nach dem ersten Schluck von Großvaters Zaubertrank, einem vermeintlichen Getreidedünger, wächst der Köter zum dicken Mann heran: Fortan spielt Armin Rohde den Bello, und zwar mit flachsblondem Schopftoupet und Schnurrbart.

Der menschliche Bello hebt das Bein, schläft auf dem Teppich und tut viele andere hündische Dinge, weshalb er von Sternheim und der Dorfpolizei (gespielt von „Badesalz“) zunächst für einen Perversling gehalten wird. Doch des Apothekers Sohn (blendend gespielt von „Hotzenplotz“-Seppel Manuel Steitz) schließt ihn bald ins Herz und macht ihn zum Komplizen im Bemühen, den Vater von der bezaubernden neuen Untermieterin Frau Lichtblau (Sophie von Kessel) abzulenken. Was fast im Chaos endet.

Der zentrale Gag vom Hund in Menschengestalt wird natürlich in allen Nuancen ausgespielt, aber zum Glück nicht totgeritten. Handwerklich ist „Herr Bello“ tadellos, inhaltlich ziemlich nett, wenn auch nicht gerade revolutionär. In kleinen Nebenrollen erfreuen Theaterstars wie Johanna Gastdorf (als Huhn) und Fernsehprominenz wie Barbara Schöneberger (als Hündin). Könnte also ein kleiner Hit werden.



Ähnliche Beiträge:

INHALT

Als Witwer und Vater des zwölfjährigen Max betreibt Apotheker Sternheim sein Geschäft, das aussieht, als hätte es in diesem Zustand Jahrhunderte überdauert. Doch die dörfliche Beschaulichkeit findet bald ein Ende: Frau Lichtblau zieht ins Haus der beiden ein, eine junge, blonde Dame, die Max` Vater zu gefallen weiß, auch wenn der Sohn wenig begeistert ist, da er in der neuen Nachbarin Konkurrenz zu seiner verstorbenen Mutter wittert. Doch auch er findet bald Gesellschaft in Form von Bello, einer Promenadenmischung, die ihm auf einem Bauernhof zuläuft. Richtig kompliziert werden die Dinge, als eine alte Freundin des Großvaters die beiden besucht und ihnen eine besondere Hinterlassenschaft schenkt: einen Trank, vom Großvater gebraut, dessen kryptische Beschreibung auf ein Düngemittel schließen lässt. Doch der Feldversuch scheitert, zwar ist das gedüngte Areal nach der Behandlung fröhlich verfärbt, aber leider auch abgestorben. Zurück in der Apotheke, offenbart sich dann die eigentliche Kraft der Flüssigkeit: Bello leckt einige verschüttete Spritzer vom Boden auf und überrascht Vater und Sohn am nächsten Tag in Gestalt eines nackten, verwirrten Mannes, der in ihrem Wohnzimmer haust.
Dieser Beitrag wurde unter Kritik abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kritik schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*