KRITIK

Hellboy – Die goldene Armee

Hellboy - Die goldene Armee Gewöhnlich haben Superhelden nicht gerade ein erfülltes Liebeslieben. Ihr Job ist ja auch einfach zu zeitraubend. Hellboy (Ron Perlman), dieser feuerrote Muskelprotz mit den abgesägten Hörnern und der steinernen Faust, ist da anders. Er steht zu seiner großen Liebe, der hitzigen Liz (Selma Blair), sie ist ihm wichtiger als die Rettung der Welt – und überhaupt geht es in Guillermo Del Toros Sequel der Saga vom Teufelskerl viel um Gefühle.

Der Regisseur bedient das oft vernachlässigte Genre der Mutanten-Romanze. In einer der schönsten Szenen des Films betrinkt sich Hellboy mit seinem Kumpel Abe (Doug Jones), einem Fischmann, der wie er und Liz in der FBI-Abteilung für paranormale Phänomene arbeitet und seine Sonderbegabung zum Wohle der Menschheit einsetzt. Hellboy und Abe legen Barry Manilows Schnulze „Can’t Smile Without You“ auf – „Ich kann tatsächlich nicht lächeln oder weinen, ich habe ja keinen Tränendrüsenkanal“, seufzt Abe – und reden über die Frauen. Verliebte Jungs im Suff.

Ironische Momente wie dieser sind allerdings dünn gesät. Del Toros erste Verfilmung der „Hellboy“-Comics von Mike Mignola, die davon erzählte, wie der Satansknabe als Nazi-Ausgeburt in die Welt kam und unter den Menschen zu leben lernte, war deutlich witziger, freier.
Die Story, die diesmal den roten Faden liefert (ein böser Prinz versucht eine goldene Armee aus scheppernden Superkriegern wieder zum Leben zu erwecken), wirkt bloß wie die Edelvariante der Terrakotta-Krieger-Farce, die unlängst in „Die Mumie 3“ geboten wurde. Sobald es hier nicht um Herzensangelegenheiten geht, ist der Film nicht eben originell. Die „X-Men“- Comics klingen an, auch die „Herr der Ringe“-Saga, was daran liegen mag, dass Del Toro, der mit „Pans Labyrinth“ größeres Talent unter Beweis gestellt hat, demnächst Tolkiens „Hobbit“ verfilmt. Schade, hätte der Regisseur doch noch mehr Gefühl gewagt.



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INHALT

Seit Ewigkeiten herrscht ein fragiler Waffenstillstand zwischen unserer Welt und einer mystischen Parallelwelt voller bizarrer Kreaturen. Er wird gebrochen, als Prinz Nuada der Menschheit den Krieg erklärt. Die amerikanische Regierung wendet sich in ihrer Verzweiflung an das Bureau of Paranormal Research and Defense und bittet Hellboy und seine Kollegen um Hilfe. Sie bieten der goldenen Armee Nuadas Paroli - bis Nuada dem Höllenjungen ein reizvolles Angebot unterbreitet.
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Eure Kritiken zu Hellboy – Die goldene Armee

  1. RobbyTobby

    Insgesamt etwas schlechter als der erste Teil. Aber Ron Perlman überzeugt erneut und bekommt hier etwas mehr Gefühl verpasst. Eine gelungene Kombination.

  2. Kohloe

    Der Film liefert gegenüber dem ersten Teil zu wenig neues, der Handlungsaufbau ist sogar identisch. Innovation Fehlanzeige.

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