KRITIK

Heidi

Bild (c) Studiocanal.

Bild (c) Studiocanal.

Schon oft wurden die beiden „Heidi“-Bücher der Schweizer Autorin Johanna Spyri fürs Kino verfilmt – trotzdem hat sich im Gedächtnis vor allem die japanische Manga-Serie von 1974 festgesetzt, nicht zuletzt des von Gitti und Erika gnadenlos in unser aller Unterbewusstsein hineingejodelten Titelsongs wegen. Doch bei allem „Holadihi“: Die Geschichte vom freigeistigen Waisenmädchen, das das Herz des mürrischen Alp­öhis erweicht, mit dem Geißenpeter über die Alpwiesen tollt und im Frankfurter Exil dem Heimweh nach den Bündner Bergen verfällt, ist unkaputtbar.

Regisseur Alain Gsponer, der zuletzt „Das kleine Gespenst“ reanimierte, setzt bei dieser Neuverfilmung auf kitschferne Werktreue. Naturalistin Spyri ließ im späten 19. Jahrhundert die Lebensbedingungen der frühen Industrialisierung mehr als nur durchscheinen, und auch im Film steht die Enzian-Idylle gegen die Armut der Dorfbewohner. Anuk Steffen ist als Bergfex Heidi ein Volltreffer, Bruno Ganz ein idealer Alpöhi. Hat Ganz zuletzt nicht sowieso schon lauter Öhi-Variationen („Amnesia“, „Remember“) gespielt? Nur Katharina Schüttler ist als fiese Gouvernante Rottenmeier eindeutig zu jung.

Szene_HeidiInsgesamt jedenfalls ist diese „Heidi“ ein erfreuliches Update. Gsponer hatte nicht weniger im Sinn, als die alten Geschichten beim Wort und also ernstzunehmen und sie mit einer engagierten Bestbesetzung aufzufrischen – ohne Mätzchen. Bleibt abzuwarten, ob heutige Kinder genug Geduld aufbringen können für das getragene Tempo dieser Fassung.

 




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INHALT

Die glücklichsten Tage ihrer Kindheit verbringt das Waisenmädchen Heidi zusammen mit ihrem eigenbrötlerischen Großvater, dem Almöhi, abgeschieden in einer einfachen Holzhütte in den Schweizer Bergen. Zusammen mit ihrem Freund, dem Geissenpeter, hütet sie die Ziegen des Almöhi und genießt die Freiheit in den Bergen in vollen Zügen. Doch die unbeschwerte Zeit endet jäh, als Heidi von ihrer Tante Dete nach Frankfurt gebracht wird. Dort soll sie in der Familie des wohlhabenden Herrn Sesemann eine Spielgefährtin für die im Rollstuhl sitzende Tochter Klara sein und unter der Aufsicht des strengen Kindermädchens Fräulein Rottenmeier lesen und schreiben lernen. Obwohl sich die beiden Mädchen bald anfreunden und Klaras Oma in Heidi die Leidenschaft für Bücher erweckt, wird die Sehnsucht nach den geliebten Bergen und dem Almöhi immer stärker ... (Text: Studiocanal Filmverleih)
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