KRITIK

Hedi Schneider steckt fest

Bild (c) Pandora Film.

Bild (c) Pandora Film.

Die buchstäbliche Ebene des Titels erschließt sich gleich zu Anfang: Da steckt Hedi Schneider, 40-jährige Angestellte einer Reiseagentur, im Aufzug fest. Doch mit ihrer leicht verrückten, lebensbejahenden, ironisch verspielten Art meistert sie die Situation. Aber auch sonst scheint sich Hedi gut im Leben eingerichtet zu haben: Als Frau eines sympathischen Entwicklungshelfers (Hans Löw) und Mutter eines kleinen Sohnes (Leander Nitsche) lebt sie ein jung gebliebenes, ganz normal prekäres Familienleben in Frankfurt. Und dann bekommt sie trotzdem Panikattacken. Einfach so. Ohne Grund.

Wie es Hedi Schneider in den folgenden Monaten ergeht, zwischen Übermedikation, Absturz und möglicher Erholung, wie die Partnerschaft darunter leidet, wie berufliche Pläne revidiert werden müssen, davon erzählt (teils autobiografisch) dieser ungezwungen zwischen Komödie und Tragödie eingependelte Film der deutschen Regisseurin Sonja Heiss (ihr „Hotel Very Welcome“ war 2007 eine tolle Satire auf Sinnsucher-Touristen).

Szene_hedi-schneiderIhr Film „Hedi Schneider steckt fest“ verliert zwar mitunter seinen anfänglich mitreißenden Rhythmus, kann sich aber jederzeit auf seine Hauptdarstellerin verlassen: Laura Tonke („Baader“) findet traumwandlerisch sicher die Mitte zwischen unbekümmerten und verlorenen Momenten. Ein ernstes Thema verpackt in einer unterhaltsamen Geschichte, ein kluger Film, der Mut macht, sehenswert!

 

 

 



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