KRITIK

Haus am Meer, Das

Haus am Meer, Das Wie Kevin Spaceys blasser Jedermann aus „American Beauty“ erwacht auch Kevin Klines gebeutelter Schicksalsknecht mit leeren Händen in der Midlife-Crisis und schaut aufs Nichts zurück. Bloß wählt er zur späten Sinnfindung, allein krankheitsbedingt, nicht den Weg der fröhlichen Re-Infantilisierung und des Rock-’n‘-Roll-Revivals, sondern pocht auf Werte und klopft auf Holz, was Kline bis zur finalen Sieche ansehnlich erfüllt.

Regisseur Irwin Winkler, der zuletzt die deprimierende Blinden-Romanze „Auf den ersten Blick“ inszeniert hat, beweist hier überhaupt ein gewisses Talent fürs Sentimentale. Der Vater-Sohn-Konflikt wird mit viel Willen zum Edelkitsch erzählt, rührt jedoch im Wesentlichen an. Auch, weil Hayden Christensen hier im Gegensatz zu seinem galaktisch missglückten Auftritt als „Star Wars“-Finsterling Anakin Skywalker recht erdverbunden bleiben und sich für Drogengeld prostituieren darf, bis die Gefühle für den Vater und ein hübsches Mädchen aus der Nachbarschaft ihn läutern.

Diese konservativ motivierte Wandlung vom Radau-Bengel zum Musterbuben allerdings enerviert gegen Ende. Und pünktlich zum Richtfest fällt Winkler nicht mehr ein, als die Sargnägel einschlagen zu lassen. Schade.



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INHALT

Es gibt so einige Dinge, die ein Mann in seinem Leben erledigen sollte. Beispielsweise einen Baum pflanzen, einen Sohn zeugen, ein Haus bauen, einen Roman schreiben und im Striplokal ordentlich auf den Putz hauen. Dem alternden Architekten George Monroe ist allerdings nicht vieles davon gelungen, und das Wenige gereicht ihm auch kaum zur Ehre.
Sein mundgepiercter und blauhaariger Junkie-Sprössling Sam, hervorgegangen aus der längst gescheiterten Ehe mit der lieblichen Robin, hasst den Vater, hört nur Schockrock und bedröhnt sich.
Als George zur Krönung seines Scheiterns den Job verliert und eine fatale Krebsdiagnose hinnehmen muss, beschließt er, etwas Sinnvolles auf den Trümmern seines Daseins zu errichten, bevor der Hammer fällt. Endlich findet er die Kraft, jene Bruchbude an der Steilküste, in der er seit der Scheidung haust, abzureißen und an die Stelle ein prächtiges Holzhaus zu setzen - mit Hilfe von Sam, der nach anfänglicher Sperre viel Liebe in sich entdeckt.
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Eure Kritiken zu Haus am Meer, Das

  1. Colonia

    Hör mal, wer da hämmert

    Der Kevin Kline ist’s. In einem furchtbar melodramatischen Vater-Sohn-Konflikt-Hausbau-Drama-Liebesfilm.

    Dick aufgetragen.

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