KRITIK

Hasta La Vista

Plakat zum Film Hasta La VistaWer beim Filmtitel an den berühmten Ausspruch von Arnold Schwarzenegger aus dem Film „Terminator 2“ denkt und Rückschlüsse auf den Film ziehen will, der liegt völlig falsch. Mit Action hat diese Komödie aus Belgien nur am Rande zu tun. Die Story klingt eher wie Erbauungskino von der Stange: Drei junge Behinderte aus Flamen – einer gelähmt im Rollstuhl, ein unheilbar Krebskranker, ein Blinder – wollen sich einen lang gehegten Wunsch erfüllen, begeben sich auf einen transeuropäischen Trip voller Haken und Ösen, bis sie am Ende ihre Freundschafts-Lektion gelernt und einen großen Tropfen Lebensweisheit getankt haben.

Selbst dass der besagte Wunsch hier darin besteht, in einem auf Behinderte spezialisierten Bordell an der spanischen Küste erstmals Sex zu haben, wirkt nur auf den ersten Blick provokant: Das Ziel ihrer Sehnsuchtsreise wäre glatt austauschbar. Was sich auf den ersten Blick präsentiert, als habe der belgische Regisseur Geoffrey Enthoven die deutschen Hits „Knockin´ on Heaven’s Door“ und „Vincent will Meer“ mit dem so beliebten französischem Außenseiterbeglückungskino nach Art von „Ziemlich beste Freunde“ kreuzen wollen, entpuppt sich dann aber rasch als erfreulich unprätentiös.

Szene aus dem Film Hasta La VistaSentimentalitäten wollen gar nicht aufkommen, wenn Enthoven seine drei Protagonisten – übrigens gekonnt unpeinlich verkörpert von den drei nicht-behinderten Schauspielern Robrecht Vanden Thoren (Philip), Gilles de Schryver (Lars) und Tom Audenaert (Jozef) – gegen den Willen ihrer Eltern ins lustbringende Spanien ziehen lässt: Entgegen landläufiger Kino-Trends sind sie keine edlen, nur leider eben behinderten Menschen, sondern rotzige Figuren mit durchaus auch nervtötenden Macken. Worin sie den meisten Zuschauern sympathischerweise ähneln.

Zu ihnen gesellt sich eine wuchtbrummige wallonische Chauffeurin (Isabelle de Hertogh), was erst zu chauvinistischen Reibereien, am Ende aber zu Amouren führt. Dazwischen richtet der Film, der auf einer britischen Dokusoap basiert und dankbarerweise nicht zwanghaft auf Gags setzt, wie selbstverständlich den Blick auf die Mühsal eines in vielerlei Hinsicht behinderten Alltags, bis sich am Ende dieser lässigen Der-Weg-ist-das-Ziel-Reise ins sexuelle Glück Trauer und Hoffnung die Waage halten. Warmherzig und ehrlich: eine seltene (Comedy-)Mischung. Sehenswert.

  

 

Kritikerspiegel Hasta La Vista



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Klaus-Peter Heß
Münstersche Zeitung
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Bernhard Trecksel
Die Wochenschau
7/10 ★★★★★★★☆☆☆ 


Durchschnitt
6.5/10 ★★★★★★½☆☆☆ 





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