KRITIK

HASS – Bis jetzt ging alles gut…

HASS - Bis jetzt ging alles gut... Die Langeweile springt einem fast ins Gesicht. Überall hängen Jugendliche rum. Wer keine Arbeit hat, kommt schnell auf falsche Gedanken, klaut, randaliert oder schließt sich einer Gang an. Die beteiligten Protagonisten verkörpern dies mit Bravour. Nie hat man das Gefühl hier sei irgendetwas gestellt. Konflikte zwischen rechten Gangs, Schwarzen und Arabern sind normal. Die hervorragende Kamera, stets auf einer Gradwanderung zwischen objektiver Beobachtung und mitfühlender Dramatik fängt diese Atmosphäre perfekt ein. Eingezwängt zwischen rechter Gewalt und einer verrohten Polizei bewegen sich die drei Freunde Said, Vinz und Abdel durch die Strassen. Jeder ist sich seiner schauspielerischen Bedeutung bewusst, denn es geht um schlichtes Schauspielerkino. Jeder Gesichtszug, jede Mimik zählt. Auf jedem Akteur liegt eine große Verantwortung. Die Szenerie bietet genug Futter: Mehr Polizei auf den Straße, mehr brutale Polizeiverhöre sind die Antwort auf die sozialen Missstände. Es dauert nicht lange, dann erfahren Said und Vinz die Brutalität am eigenen Leibe.Nichts stoppt die Spirale der Gewalt. Der Aufprall ist vergessen worden, der Fall noch nicht zu Ende. Vinz und Said tauschen überraschend die Rollen. Die Landung ist hart und überraschend. Ein beeindruckendes Spielfilmdebüt des Franzosen Mathieu Kassovitz. Beim Festival in Cannes erhielt das in schwarz-weiß gedrehte, eindringliches Drama über die Eskalation von Gewalt zwischen desillusionierten, wütenden Jugendlichen und der Polizei die Silberne Palme, als Preis für die beste junge Produktion. Karl Zyskowski



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INHALT

„Man fällt und fällt und fällt, und denkt dabei: Bis hierhin ging es noch gut. Doch worauf es ankommt ist nicht der Fall sondern die Landung.“ 24 Stunden in einem Pariser Vorort. 24 Stunden, in dem der Hass Zeit hat, zu wachsen um zu eskalieren. 24 Stunden, in denen es gilt, eine Lösung gegen den Hass zu finden.In einem Polizeiverhör wird der 16-jährige Abdel übel von Polizisten zusammengeschlagen. Die Polizeibrutalität bringt ihn ins Koma und er schwebt zwischen Leben und Tot. Daraufhin ziehen Jugendliche blind vor Hass durch die Strassen, randalieren, legen sich mit Polizisten an. Pech, das einer der Polizisten seine 44er Smith & Wesson verliert. Vinz findet diese Waffe, um nun Auge um Auge und Zahn um Zahn der Polizei gegenüberzustehen. Er schwört, wenn Abdel stirbt, dann stirbt auch ein Polizist. Seine Freunde, Hubert und der „vernünftige“ Said, sind erschreckt, raten ihm davon ab. Doch Vinz zeigt keine Blöße.
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