KRITIK

Harry Potter und der Stein der Weisen

Harry Potter und der Stein der Weisen Acht Jahre nachdem Joanne K. Rowling den ersten Satz vom Zauberjungen Harry Potter schrieb, erwarten nun gespannt Millionen kleine und große Fans die Verfilmung eines Mythos, der seinesgleichen sucht. Weltweit stehen 116 Millionen Bände in den Regalen – J. K. Rowlings Erzählung ist in 200 Ländern und 47 Sprachen erschienen, von Albanisch bis Zulu. Damit ist geschehen, was die Autorin auf den ersten Seiten ihres Buches schreibt: dass Harry eine Legende werden würde – „jedes Kind auf der Welt wird seinen Namen kennen„.

Fast zwölf Millionen Bücher hat der Carlsen Verlag hierzulande verkauft. Keinem Kinderbuch ist es jemals gelungen, den ersten Platz in einer Bestseller-Liste zu erobern – die „Harry Potter“- Bände belegten wochenlang sogar die ersten drei Plätze. Doch so viel Begeisterung bedeutete für den Film auch eine gehöriger Portion Überzeugungskraft, um den vielen verschiedenen phantastischen Bildern in den Köpfen der Fans gerecht zu werden.

Acht endlose Jahre hatte man schließlich auf die Beantwortung so vieler Fragen gewartet. Wie Hogwarts wohl aussieht? Hagrid, der unheimliche Professor Snape und Fluffy, der dreiköpfige Hund? Kann man überhaupt: „Quidditch“ hoch in der Luft auf magischen Besen „richtig“ hinbekommen? Man kann, denn Chris Columbus ist mit diesem Traumstoff für geschätzte 300 Millionen Mark eine zweieinhalb Stunden lange magische Reise mit wunderbaren Bildern gelungen, die zwangsläufig jeden Muggel verzaubern muss. Neben exzellenten Schauspielern (u.a. Robbie Coltrane als Riese Hagrid, Alan Rickman als Professor Snape, die zweimalige Oscar-Preisträgerin Maggie Smith als Professorin McGonagall oder John Cleese als Fast Kopfloser Nick) überzeugt der Film vor allem durch eine buchgetreue Umsetzung und atemberaubende Tricktechnik. Trick-Meister Rob Legato (Oscar für die Effekte in „Titanic“) gelingt es, das Publikum zu faszinieren und mit großen Bildern zu fesseln: Schwärme fliegender Schlüssel, die um Harry Potter jagen, ein Schachbrett als Schlachtfeld oder „Quidditch“, das Spiel um den goldenen Schnatz, transportieren ein Stückchen Magie in den Kinosaal.

Sechs Monate haben wir allein an „Quidditch“ gedreht“, sagt Regisseur Columbus, „Harry Potter ist der Höhepunkt meiner Karriere“. Auch Fans, die eine Verfilmung im Stile des amerikanischen Popcorn-Kinos befürchten, werden spätestens den Zauber des Buches am Gleis 9 ¾ wiederfinden, wenn Harry beherzt mit Eule Hedwig durch die Bahnhofsmauer rast. Vor allem J. K. Rowling ist es wohl zu verdanken, dass der Film gelungen ist, denn zum einen durfte Warner nicht viel an der Geschichte verändern und zum anderen bestand die Autorin darauf, dass nur in England gedreht wurde – u.a. im Bahnhof King’s Cross, in Oxford, im Londoner Zoo und in der australischen Botschaft in London, die in die Zauberbank „Gringotts“ verwandelt wurde. Einzig Daniel Radcliffe als Harry Potter wirkt ein wenig blass und verkrampft, Harry scheint bis zum Ende des Films nicht aus der Überraschung erwacht, ein echter Zauberer zu sein – hinzu kommt die Empörung seiner Fans, die Haare wären nicht strubbelig genug. Nichtsdestotrotz ist „Harry Potter“ ein kindliches Weltereignis: Kinozauber, Freundschaft, große Gefühle und ein Spaß für die ganze Familie.

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INHALT

An seinem elften Geburtstag erfährt Harry Potter, dass er nicht etwa nur der ungeliebte Zögling der Dursleys vom Lingusterweg 4, sondern auch der verwaiste Sohn zweier mächtiger Zauberer und damit ein Zaubererjunge mit richtigen Zauberkräften ist. Zudem wird Harry, der durch ein Attentat von „Du-weißt-schon-wer“ (Lord Voldemort) sowohl seine Eltern verloren, als auch eine Narbe auf der Stirn behalten hat, dringend auf der berühmten Schule für Hexerei und Zauberei - Hogwarts - erwartet. Dort findet er schnell Freunde, die nicht nur mit ihm das erste aufregende Schuljahr und zahlreiche spannende Abenteuer durchleben, sondern auch seine neue Familie werden. Schließlich nimmt er mit deren Hilfe den Kampf gegen die Person auf, die für den Tod seiner Eltern verantwortlich ist und entdeckt bald, dass viel mehr in ihm steckt...
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Eure Kritiken zu Harry Potter und der Stein der Weisen

  1. Jeanette

    wann kommt der 2. Teil?…diese Frage habe ich mir gestern Nacht um 3 Uhr gestellt, nachdem ich diesen Film gesehen habe. Absolut berauschend und faszinierend, hier wird die Fantasie angeregt und mit technischen Details gespielt. 142 Minuten gingen irre schnell vorbei – tolle Musik, herrliche Bilder vom Zauberschloss mit seinen Treppen und Geistern, gute schauspielerische Leistungen (vor allem Hagrid scheint dem Buch leibhaftig entsprungen zu sein) und eine tolle Geschichte, die nah am Buch bleibt auch wenn ein paar Kürzungen stattfinden. Alles in allem ein Film, den man sich auch gut mehrmals ansehen kann,um die Details alle zu bemerken und sich dem Rausch der Zauberei hinzugeben. Für problematisch halte ich jedoch die Freigabe ab 6 Jahren, da einige Schockerszenen (wie zB das Schachspiel oder der Besuch im verbotenen Bereich der Bibliothek) für zartbeseitete Kindergemüter nicht geeignet erscheinen. Nichtsdestrotz ein toller Film, den ich empfehlen kann. Jetzt beginnt das lange Warten auf den 2. Teil…

  2. Katrin

    Ein großartiger Film…ein toller Film, ein unglaubliches Kinoerlebnis.. Über 2,5 h gute Unterhaltung – unbedingt ansehen!

  3. Eliza

    UnbeschreiblichEs gibt einfach Filme, die machen glücklich.

  4. Udo

    Es gibt Filme, die..nutzen den breiten Interpretationsspielraum eines Buches bis zur äußeren Grenze, oft heisst es hier: das Buch war besser! Jetzt kommt ein Film – Harry Potter, der sehr nahe am Buch ist und es heisst: Der Fehler ist: Er ist zu nah am Buch! Harry Potter ist kein Meisterwerk und und auch kein intensiver Film, er ist ein guter Unterhaltungsfilm. Mehr will er auch gar nicht sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist er aber absolut sehenswert, weil die 2,5 Stunden vergehen wie im Flug.

  5. Bioscoop

    Bezaubernd!Dieser Film ist wirklich klasse gemacht, die Figuren nah am Buch und man merkt nicht, wie 2,5Std. verfliegen. Die Effekte sind toll (Quidditch-Spiel v.a.) und die Musik gibt jeder spannenden oder lustigen Szene noch das gewisse Etwas dazu! Jedoch würd ich nicht mit Kindern unter mind. 10 Jahren in den Film, da selbst ich mich ein paar Mal ordentlich verjagt habe… Aber er verzaubert wirklich! Tüte Popcorn dabei und berauschen lassen!

  6. heinrich lee

    was zu erwarten warLas gerade die „mehrflim-kritik“ und frage mich jetzt zweierlei: könnte es sein, dass die „kritikerin“ noch nie ein gutes buch gelesen hat (sonst wäre ihre lobhudelei unverständlich)? und: wie alt darf mann die frau wohl schätzen?! ein spasz für die ganze familie? wie süsz! klingt irgendwie bekannt dieses für die ganze familie. mit mir saszen noch drei andere zuschauer im saal, in den locker 250 gegangen wären und von denen ging gar einer vor dem ende der vorstellung ins freie flüchtete … ich habe ihn beneidet, konnte ihm jedoch nicht folgen, da meine beine eingeschlafen waren. eingeschlafen war auch jegliches interesse daran, wie gut oder wie schlecht das erste buch der rowlings nun umgesetzt war, eingeschlafen, weil sie hier kein film präsentierte, sondern ein langweiliges bilderbuch, in dem jede seite umzuschlagen die leinwand dunkel gemacht wurde … so zeigte man bilder vor achtzig jahren. und dann diese kinderschauspieler! grauenhafte gören ohne jedes talent nervten sie mit stereotypen miniaturisierungen ihrer selbst … nach dem motto: ich bin zwar noch nicht grosz, ich kann aber schon so schauspielern! und zum schlusz – bevor ich mich hier noch aufrege – das, was, vor allem in den späteren büchern, an angstmachenden dingen im buch unterschwellig aufschien, davon war in diesem sterilen märchenkitschepos nichts zu spüren. als sei hier der macarthy-mann mit dem scheuerlappen drangewesen … wirklich: da ist schneewittchen hundertmal spannender, und schneewittchen ist ja schon todlangweilig!

  7. Julia

    Warum??Einen Film wie Harry Potter, der eindeutig als Kinderfilm konzipiert wurde, mit höherer Literatur oder gar einem Erwachsenenfilm wie Herr der Ringe zu vergleichen, ist schlichtweg schwachsinnig. Dagegen kann HP natürlich nur verlieren und damit tut man einem faszinierenden Kinderbuch und einem gut umgesetzten Kinofilm unrecht. Zur Kritik meines Vorgängers kann ich nur sagen: Polemik Hurra! Konstruktive Kritik kann man das ja wohl nicht nennen.

  8. heinrich lee

    wieso nicht!liebe julia,

    wie und was soll ich konstruktiv kritisieren, wenn deine kritik gar keine ist?! dein text liest sich so, wie ihn der verleiher geschrieben hätte, hätte er eine autorin deines kalibers gefunden. über harry potter als film worte zu verlieren ist ohnehin das gleiche, als würde ich aus einem luftballon luft ins universum ablassen; es ändert nichts am gang der ameise zum klo. über harry potter als ein phänomen zu schreiben, das wäre es doch gewesen. aber das wäre anspruchsvoll gewesen. ja, sicher, der film ist nett, und wenn hier geschrieben wird, dass er fürs auffuttern von popcorn eine nette hintergrundmelodei sei: seies. aber. aber gemessen am erfolg dieser rowlings-produktion musz es doch auch dir fraglich erscheinen, wie am ende allen jubels so eine kleinkarierte bilderbuchfassung kinderliteratur in szene setzen kann, ohne dass ein aufschrei aller potterfans durchs internationale potterland geht. oder sind wir alle schon mit dem kleinsten, dem geringsten, dem plattesten zufrieden? es gibt herrliche kinderfilme, groszartige übertragungen von groszartigen büchern; warum schreibt da keiner so begeistert drüber?! weils keinen interessiert! die kritik (oder was so zu nennen sich hier wer erlaubt) des präsenten, des überall diskutierten ist eine einfache; man schwimmt da so mit, kann sich ins positive wie negative bewegen; und erhält – wie du und ich eben auch – direktes feedback … seltenes ereignis, in der überbordenden medienlandschaft. die besprechung des takeshi kitano films beispielsweise, auch ein kinderfilm, hat überhaupt keine (?) resonanz gefunden … obwohl dieser film um längen der bessere ist (wenn man eine übergreifende ästhetikdiskussion zulassen will – denn natürlich sind potter und ringe zu vergleichen … aber eben auf einer anderen ebene).

    wie immer: potter enttäuschte. und irgendwie passt da sehr gut die meldung hin, dass frau rowlings jetzt noch ein achtes buch schreiben wird … so werden wir uns noch siebenmal streiten!

  9. Julia

    Lieber Heinrich LeeEs liegt in der Natur des Präsenten, dass man sich damit auseinandersetzt, denn der Mensch lebt im Hier und Jetzt und sollte sich auch mit dem Hier und Jetzt auseinandersetzen! Warum sich nicht mit einem solchen Phänomen beschäftigen, dass so viele glücklich macht. Muss man alles, was viele mögen, gerade deshalb verteufeln – willst du eine ganze Generation von kleinen/großen HP-Fans kleingeistig und anspruchslos nennen?! Ich bin mir fast sicher, dass J. K. Rowling genauso wenig wie Trendscouts oder

    Marketing-Gurus diese Gigantonomanie um Harry Potter erwartet hatte. Sicherlich sollte man (grad als Kritiker) nicht aufgrund von Massenhysterie ein Produkt lieben, aber deshalb hassen? Wenn du der Meinung bist, dass viele andere Meisterwerke dabei zu kurz kommen, dann kann ich nur sagen: Schließ diese Lücke und schreib!

  10. Sandrina

    ganz okayAlso ich muss sagen, ich fand den Film ganz gut, aber meiner Meinung nach war das Buch um einiges besser. Ich könnte jetzt nicht so genau sagen wie, aber ich hatte mir das alles eindrucksvoller vorgestellt.

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