KRITIK

Harry Potter und der Halbblutprinz

Harry Potter und der Halbblutprinz Es braut sich etwas zusammen im Land der Muggel, wie die Menschen im Harry-Potter-Universum heißen. Schwere Gewitter, die nicht von dieser Welt sind, ziehen über London auf. Lord Voldemort, der ewige Antagonist des jungen Zauberlehrlings, schickt seine Häscher aus, die Todesser, die mit halsbrecherischem Tempo durch die Straßenschluchten fegen und schließlich, als Terroristen der magischen Parallelgesellschaft, die Millennium-Brücke zum Einsturz bringen. Vor Voldemort ist keiner mehr sicher, weder hüben noch drüben.

Es ist eine durchaus furiose Sequenz – in entsprechend ausgerüsteten Kinos in 3-D zu erleben –, mit der Regisseur David Yates den sechsten, den vorletzten Teil der Potter-Saga eröffnet. Und zugleich offenbart der Beginn bereits das größte Problem dieses Abenteuers um den berühmtesten Zögling des Zauber-Internats Hogwarts: Die Zeit läuft ab, in jeder Hinsicht. Vor dem großen Finale gilt es, ein längst metastasiertes Gewirr an Erzählsträngen soweit zu bündeln, dass endlich das letzte Duell halbwegs geordnet über die Bühne gehen kann. Darin unterscheiden sich Joanne K. Rowlings Roman und seine Verfilmung kaum. Auf der Leinwand nun herrscht eine Atmosphäre der Unordnung und Atemlosigkeit, die auch auf Kosten der Plausibilität geht. Und wenngleich Yates zweieinhalb Stunden lang erzählen darf, bleibt doch für viele Konflikte kein Raum. Es ist einer der düstersten Teile der Serie, handwerklich makellos, aber kaum zum Fürchten.

Die Freunde Harry, Ron und Hermine sind mittlerweile voll in die Pubertät gekommen, es herrscht Hormonstau in Hogwarts, es gibt Knutschereien, Eifersüchteleien und Schmachtereien, aber darin unterscheidet sich der Film nicht von jeder anderen Schulromanze. Außerdem geht es vergleichsweise gesittet zu. Aus Harry Potter, den selbstredend wieder der sichtlich gereifte Daniel Radcliffe verkörpert, wird kein Dirty Harry. Viel interessanter wäre der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Potter, der diesmal im Dopingfach „Zaubertränke“ seine Meriten verdient, und seinem Mentor Dumbledore, der mittels Erinnerungsphiolen Einblicke in die Kindheit Voldemorts gewährt. Aber auch hier müssen Andeutungen genügen.

Die Fans indes werden den Schritt zurück in die Vergangenheit schätzen, den dieser Film bedeutet, denn sie kennen bereits das Ende der Roman-Heptalogie. Ihnen verschafft Yates noch einmal Zeit vor dem endgültigen Abschied.



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INHALT

Das sechste Jahr in Hogwarts ist für Harry Potter und seine Freunde kein Zuckerschlecken: Seit der Rückkehr Voldemorts herrschen Unsicherheit und Ungewissheit in der Zauberschule, ständig ist mit Angriffen des Dunklen Lords und seiner Schergen zu rechnen. Gemeinsam mit Dumbledore macht sich Harry daran, die Vergangenheit von Voldemort zu erforschen. Dabei soll das Zaubertrankbuch des geheimnisvollen Halbblutprinzes helfen. Je näher Harry der Wahrheit über seinen Gegner kommt, desto größer ist die Gefahr, in die er gerät - zumal die Identität des Halbblutprinzes eine faustdicke Überraschung ist.
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