KRITIK

Happy Feet

Happy Feet In der Welt der Kaiserpinguine herrschen Gesetze von schneeweißer Klarheit. Zur Brutzeit etwa balzen diese Tiere mit dem schönsten Gesang, so war es immer, so soll es ewig sein – jeder Frackvogel hat sein Herzenslied. Memphis und Norma Jean etwa verfallen einander beim Schmacht-Medley aus Prince und Elvis Presley, und schon kurz darauf legt die Pinguin-Lady das Ei der Liebe. Der Papa, wie sollte es anders sein, brütet es fortan aus, die Mama geht derweil auf Fischfang. Doch, ach, der gemeinsame Spross Mumble, ein Spätschlüpfer, wird sich als Sonderling entpuppen: Ihm fehlt die pinguinische Gabe des Gesangs, dafür jedoch kann er vorzüglich steppen.

Bloß finden seine fröhlichen Fred-Astaire-Füße vor dem strengen Gericht der Arktis-Älteren keinen Anklang. Mumble, der Außenseiter, wird verstoßen, seine Liebste Gloria, ausgerechnet eine Soul-Königin, scheint unerreichbar. Um sich zu beweisen, begibt sich Mumble mit einer Gruppe von Adeliepinguinen – sämtlich coole Latino-Rapper, eine Bruderschaft des Gletscher-Ghettos – auf die Reise. Angetrieben von der Frage, wer den Pinguinen seit geraumer Zeit den Fisch wegschnappt.

Nun haben computergenerierte Tier-Abenteuer wie dieses Konjunktur, wobei es meist um die fröhlichen Selbsterfahrungs-Trips von Bauernhof-Bewohnern oder Zoo-Insassen geht. „Happy Feet“ aber erzählt, noch entschlossener als etwa „Ice Age 2“, vom Einbruch der Katastrophe in die Natur – hier in Gestalt des Menschen. George Miller, der Regisseur dieser optisch bestechenden und musikalisch amüsanten Polar-Exkursion, ist dabei nicht als Jugendfilmer berühmt geworden, sondern als Schöpfer der apokalyptischen „Mad Max“-Epen. Selbst später, als er Filme wie „Ein Schweinchen namens Babe“ inszenierte, hat er sich sein Talent für poetische Untergangsszenarien bewahrt. Unvergesslich das Bild des depressiven Orang-Utans, der in „Schweinchen Babe in der großen Stadt“ seine Welt in Flammen aufgehen sieht. Im Falle von „Happy Feet“ nutzt Miller diese Gabe für ein Plädoyer, das die Grenzen des Genres sprengt. Für einen Moment möchte man tatsächlich glauben, eine Kolonie tanzender Pinguine könnte die Welt verändern.



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INHALT

Im Land der Kaiserpinguine im Herzen der Antarktis machen die Pinguine nichts lieber, als lauthals Lieder zu singen. Tatsächlich braucht jeder von ihnen einen ganz speziellen Song, um seinen ihm zugedachten Partner finden zu können. Ausgerechnet Mumble, der Sohn von Elvis und Norma Jean, ist der schlechteste Sänger, den man sich denken kann. Dafür ist er der beste Steptänzer weit und breit. Das Abenteuer kann beginnen, denn Mumble kämpft um die Erfüllung seiner Träume.
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Eure Kritiken zu Happy Feet

  1. nina

    der film hat einige längen, doch die geschichte und die figuren überzeugen.

  2. einkauf06

    super süßer Film, tolle Musik und nette Story. Sehr empfehlenswert, mein Neffe wünscht sie sich jetzt schon auf DVD.

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