KRITIK

Hangover 2

Plakat Film Hangover 2Vier Durchschnittstypen erwachen nach einer Zechtour an einem für sie fremden Ort. Vor dem Eintritt ins Familienleben wollte einer von ihnen noch ein letztes Mal die Sau rauslassen. Entgleisen. Spaß haben. Aber so richtig. Mit dieser simplen Formel hatte die Jungskomödie „Hangover“ 2009 weltweit über 460 Millionen Dollar eingespielt und allein in Deutschland über 2 Millionen Kinogänger begeistert. Auch wenn sich strukturell Todd Phillips Komödie nicht von anderen Buddy-Filmen unterschied, lag das Erfolgsrezept in der präzisen Charakterzeichnung der vier unterschiedlichen Durchschnittsamerikaner. Man traute ihnen vieles zu, nur schien bei ihnen der Drang zur Zügellosigkeit und Entgrenzung so absurd, dass man mit diesem komödiantischen Element herrlich spielen konnte.

Im zweiten Teil von Hangover das gleiche Bild. Nur die Location ist eine andere. Gefeiert wird nicht in Las Vegas, sondern in Bangkok. Todd Phillips´ Fortsetzung macht gar nicht erst den Versuch, das Erfolgsrezept seines Erstlings zu ändern, geschweige denn zu variieren. Alle Beteiligten sind lediglich ein wenig älter geworden. Mit „es ist wieder passiert“ kündigt der von Ehe, Kind und dem Leben gelangweilte Schönling Phil (Bradley Cooper) bereits das Unheil mit der ersten Szene an. Sein Freund Doug (Justin Bartha), der diesmal nur über das Handy an die Handlung angedockt ist, versucht bei den Vorbereitungen zur Hochzeit seines Freundes Stu (Ed Helms) zu retten, was zu retten ist. Doch wieder einmal sitzen die restlichen drei Freunde tief in der .. pardon.. Scheiße.

Der Verursacher ist schnell ausgemacht: Der neurotische Nerd Alan (Zach Galifianakis) hatte die Ereignisse bei einem entspannten Lagerfeuer in Gang gesetzt, indem er zuvor eine Tüte Marshmallows ein kleinwenig präparierte. Diese waren eigentlich für das 16-jährige Wunderkind und dem Bruder der Braut Teddy (Mason Lee) vorgesehen, von dem nach der aufregenden Nacht in Bangkok jede Spur fehlt. Und diese gilt es nun wieder aufzunehmen.

Der Rückblick auf das Erlebte ist bei einem Budget von 80 Millionen Dollar nicht frei von reichlich Schauwerten inklusive ein bis zwei atemberaubenden Actionszenen. Auch das erneute Aufkochen des bekannten Rezeptes mag man den Verantwortlichen noch verzeihen. Einen äußerst bitteren Nachgeschmack hinterlassen hingegen die Figur des lebensunfähigen Alan (Galifianakis), der sich im Gegensatz zu seinen geerdeten Freunden immer weiter vom Erwachsensein zu entfernen scheint, die teilweise bis zur Karikatur gezeichneten Nebenrollen (Paul Giamatti als Mafiapate Kingsley und Ken Jeong als Lebenskünstler Mr. Chow) sowie die bittere Erkenntnis, dass die Leinwand“helden“ und das Publikum zu glucksenden Pennälern retadiert werden, denen das „Feierbiest-sein“ ausschließlich in der Ferne und unter Verabreichung von Drogen vergönnt bleibt. Armes Amerika.



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INHALT

Phil, Stu, Alan und Doug reisen ins exotische Thailand, um Stus Hochzeit zu feiern. Nach der unvergesslichen Junggesellenparty in Las Vegas will Stu jedes Risiko ausschließen - er wünscht sich einen unverfänglichen, ganz normalen Brunch vor der Trauung. Allerdings läuft nicht alles so wie geplant. Vegas war Vegas - vertauschte Marshmallos am Strand und Bangkok übertrifft selbst die schlimmsten Befürchtungen.
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