KRITIK

Hangover

Hangover In den USA war diese zotige Posse ein absoluter Überraschungshit. Vielleicht liegt es daran, dass die Tradition des Junggesellenabschieds dort ausgeprägter ist als bei uns und man deshalb selbst den Variationen des ewig Gleichen entgegendürstet?

Denn wie in unzähligen „Bachelor Party“-Filmen vor diesem reist auch hier ein Bräutigam mit drei Freunden nach Las Vegas, um noch einmal die Sau rauszulassen, bevor er sich unters Joch der Ehe fügen muss und all das, was schrankenloses Mannsein sonst so ausmacht, außer Reichweite gerät: Saufen, Rauchen, Glücksspielen, in Stripshows gehen.

Der Clou von „Hangover“ geht jetzt so: Die eigentliche Party-Nacht bleibt ausgespart, weil gleich im ersten Jägermeister Drogen stecken und die Kumpels am nächsten Morgen mit Filmriss erwachen. Der Bräutigam ist weg, im Bad brüllt ein Tiger, ein Baby liegt herum, und Stu, dem Zahnarzt, fehlt der vordere Schneidezahn.

Wie kams? Der Rest des Films ist Rekonstruktion des Geschehenen, und wer Regisseur Todd Phillips („Der Date-Profi“) kennt, weiß, dass der Weg der Erkenntnis mit Peinlichkeiten gepflastert sein wird. Die Urangst des Gesitteten, was er alles im Zustand der Umnachtung angestellt haben könnte, wird genüsslich ausbuchstabiert. Es treten auf: eine flotte Hure (Heather Graham), die der verlobte Stu nachts geheiratet hat, ein Phil-Collins-hörender Mike Tyson und ein nackter asiatischer Prügel-Gangster.

Das alles hat seine witzigen, mitunter begnadet irrwitzigen Momente, doch zum berauschend komischen Trip fügt es sich nicht. Dazu gerät die detektivische Enthüllung des Geschehens zu anekdotenhaft, und auch die Darsteller aus der zweiten Reihe, unter denen Ed Helms („The Office“) noch die beste Figur macht, formen keine erinnerungswürdigen Charaktere. Am Ende dann, das gehört zur spießigen Moral der „Bachelor Party“-Filme zwingend dazu, fügt sich sowieso alles wieder ins Soll. Amüsant, aber harmlos.



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INHALT

Zwei Tage vor der Hochzeit feiert Doug in Vegas mit seinen Freunden Stu und Phil und dem künftigen Schwager Alan Abschied vom Singledasein. Doch am Morgen danach ist Doug verschwunden und mit ihm jede Erinnerung an die Nacht der Nächte. Unter Kopf- und Zeitdruck muss das verbliebene Trio klären, was mit Doug und ihnen passierte. Warum ein Baby im Schrank und ein Tiger im Bad lag. Wieso eine Stripperin ehetauglich und ein Gangster gewalttätig wurde. Ein unvergessliches Abenteuer, an dessen Ende nicht nur für Doug ein neues Leben beginnt.
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