KRITIK

Halloween

Halloween Zugegeben: Es wirkt schon vorab der automatische Anti-Remake-Reflex beim Kritiker. Eine Neuauflage von John Carpenters „Halloween – Die Nacht des Grauens“ von 1978 – was soll das? Schon die eindimensionale Wiederverfilmung von Carpenters „The Fog – Nebel des Grauens“ war überflüssig, genauso wie Michael Bays Aufputschung des „Texas Chainsaw Massacre“ und all die anderen Horror-Remakes der jüngeren Vergangenheit, an der Spitze natürlich Gus Van Sants „Psycho“.

Die Vorlagen dieser unsinnigen Zweitverwertungsmanie sind doch Werke, die ihren Klassikerrang aus Unikatsgründen genießen, und nicht zuletzt, weil sie die Stimmung ihrer Zeit atmen. Man findet seine Vorurteile aufs Gruseligste bestätigt, wenn man Rob Zombies Interpretation des großen Kürbisnacht-Gemetzels sieht. Michael Myers, dem horrorikonografischen Rang nach ein so bedeutender Masken-Held und Serientäter wie Jason aus „Freitag der 13.“, oder Freddy Kruger aus „Nightmare on Elm Street“, ersteht hier zunächst als zehnjähriger Schulbub wieder auf, dessen zerrüttete Familienverhältnisse küchenpsychologische Beleuchtung erfahren.

Der Musiker und Regisseur Zombie („Das Haus der 1000 Leichen“) inszeniert einen seltsamen Bastard aus Prequel und Remake, was jeweils in der Banalität des Bösen versinkt.



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INHALT

Erste Szene: Während die Kamera auf den Eingangsbereich eines unscheinbaren Familienhauses im Mittleren Westen zielt, donnert „God of War“ der Monster-Rocker KISS in den Kinosaal. Die Kamera schwenkt nach oben und fokussiert auf einen kleinen Jungen mit einem Fan-T-Shirt der „Destroyer“-LP (1975) dieser Band, die sich in den 1970er-Jahren mit bizarren Outfits und Masken einen Namen machte. was für ein Einstieg! Der erste Akt nimmt sich dann Zeit, um die zerrütteten Familienverhältnisse der Myers in drastischen Bildern und Dialogen in Szene zu setzen. In dem dysfunktionalen Milieu findet der kleine Michael Schutz hinter einer Clownsmaske. Die alltäglichen Demütigungen kompensiert er, indem er Haustiere sadistisch quält und von ihren Kadavern Fotos anfertigt. Wiederholtes Mobbing in der Schule führt schließlich zur Kurzschlussreaktion, in der sich die kindliche Aggressivität in grenzenloser Brutalität an den Peinigern entlädt. Neuverfilmung des Horrorfilms von John Carpenter von 1978.
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Eure Kritiken zu Halloween

  1. derwahrefilmkritiker

    Ich hätte nicht gedacht, dass ein gutes Remake eines Klassikers wie „Halloween“ möglich ist, doch ich war positiv überrascht was Rob Zombie aus dem alten Stoff gebastelt hat. Die neuen Szenen, unter anderem der umfangsreiche Rückblick in die Kindheit des Massenmörders, haben sich gut mit den übernommenen Szenen aus dem alten Film verstanden.

  2. Katha

    Wer gibt dem Film denn hier die volle Punktzahl? Dieser film ein Meisterwerk? Bitte. Entweder hat der/diejenige keine Ahnung oder noch nicht das Original gesehen. Dieser Film ist ein müder Abklatsch

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