KRITIK

Haben Sie das von den Morgans gehört?

Haben Sie das von den Morgans gehört? In Interviews wird Hugh Grant derzeit nicht müde zu unterstreichen, dass er sich im engen Rollenprofil des romantischen Komikers ganz wohl fühle, obwohl er der Schauspielerei letztlich ein wenig überdrüssig sei. Natürlich ist das reine Koketterie. Der Engländer wird schon wissen, dass er an einer routinierten Liebesposse wie dieser hier immer noch das Beste, weil Verlässlichste ist. Rein gar nichts variiert er an jener charmant-verstotterten Spielart, die er seit 15 Jahren kultiviert und pflegt. Vielleicht wird er deshalb in Kollegenkreisen auch `Mr. Augenklimper` genannt.

Die dritte – und deutlich schwächste – Zusammenarbeit mit Regisseur Marc Lawrence (zuletzt: „Mitten ins Herz“) hat nur eine Besonderheit: Das Liebespaar muss sich nicht erst noch treffen, es hat schon viele Jahre hinter sich. Paul und Meryl Morgan sind erfolgreiche New Yorker. Er arbeitet als Rechtsanwalt, sie als erfolgreiche Immobilienmaklerin. Doch aus ihrer Ehe ist der Pepp raus. Zuletzt ging Paul gar fremd.

Dann werden die beiden unfreiwillig Zeugen eines Auftragsmordes und landen in einem Zeugenschutzprogramm – ausgerechnet im Kaff Ray in Wyoming, wo die beiden modebewussten Weltstadt-Vegetarier auf Cowboy-Republikaner treffen, die ihnen zum Frühstück Bacon and Eggs servieren. Die malträtierte Ehe, keine Frage, wird das wieder kitten.

Aus dem Zusammenprall der Stadt- und Landkulturen haben Komödien wie „City Slickers“ oder „My Blue Heaven“ größeres und witzigeres Kapital geschlagen. Hier dagegen herrscht reine Routine. Ganz witzlos ist das nicht, kurzweilig ist es auch aber doch restlos überraschungsfrei und damit letztlich überflüssig.

„Sex and the City“-Star Sarah Jessica Parker müht sich als Meryl mit Stetson-Hut um Grazie im Nirgendwo, aber vergeblich um komödiantisches Timing. Nur Grant, der so wirkt wie aus jeder beliebigen seiner anderen Komödien her-ge-beamt, liefert das, wofür seine Fans Eintritt zahlen – und keinen Deut mehr.



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INHALT

Meryl und Paul Morgan, ein erfolgreiches New Yorker Vorzeige-Ehepaar, stecken in einer gewaltigen Krise, die in einer Scheidung auszuarten droht. Doch ein Mord, dessen Zeuge die beiden sind, macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Nun müssen sie in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden, das sie für die nächste Zeit gemeinsam in ein Kaff nach Wyoming inmitten der Rocky Mountains verschlägt. Was für das Paar zunächst eine Katastrophe zu werden scheint, entwickelt sich zu einer Wiederbelebung ihrer Liebe - jenseits von Laptop und Geschäftsterminen.
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Eure Kritiken zu Haben Sie das von den Morgans gehört?

  1. Tammy

    Eine durchschnittöiche aber insgesamt doch sehr sehenwerte Hugh-Grant-Komödie. Ein bisschen rauher Cowboy-Charme, zwei hilflose Großstädter, fertig ist der Plot, über den jeder Lachen kann. Hab ihn eigentlich jetzt schon wieder vergessen.

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