KRITIK

Gullivers Reisen

Gullivers Reisen Es ist schon ein Kreuz mit dem jungen kritischen Kinopublikum. 40 Kinder fallen bei einem Vorfilm, in dem der kleine Nager Scrat aus „Ice Age“ seine Nuss verstecken will, vor Lachen fast von den Sitzen – um anschließend den ebenfalls als kindgerecht bezeichneten Hauptfilm „Gullivers Reisen“ in völliger Stille über sich ergehen zu lassen.

Jonathan Swifts abenteuerlicher und satirischer Roman über den großen Mann im Land der Kleinen wurde bereits unzählige Male verfilmt. Aber ob dem Buchautoren diese modernisierte Hollywood-Version gefallen hätte? Das ist fraglich. Jack Black spielt weniger Hauptfigur Gulliver als wieder einmal eine Version seiner selbst. Und das Drehbuch nimmt auch lediglich Fragmente der ursprünglichen Geschichte auf, um den Rest mit Referenzen an popkulturelles Gut, schwabbeligen Bäuchen und in Poritzen verschwindenden Liliputanern aufzumöbeln. Die wenigen Szenen, die zum Schmunzeln einladen, sind fast ausschließlich Zitate, die sich an kommerziell erfolgreiche Kinofilme oder Serien anlehnen. Und wer mit Sätzen wie „Aber Jack Bauer und Du haben solche Sachen doch in 24 Stunden erledigt“ nichts anfangen kann, und das ist bei der Zielgruppe von 6 bis 12 Jahren sehr wahrscheinlich, wird rein gar nichts zu lachen haben.

Warum „Gullivers Reisen“ als Komödie betitelt wird, ist schwer zu sagen. Wenn selbst Kinder, die recht dankbare Abnehmer des albernen Klamauks sind, bei Szenen, in denen dicke, weiße Hinterteile dem Zuschauer dank 3D-Technik mitten ins Gesicht ragen, nicht lachen, dann wurde ganz offensichtlich einiges falsch gemacht.

Auch die Hauptdarsteller, wie schon bei Jack Black erwähnt, können den Film bei diesem Drehbuch nicht aus dem Tal der Tränen holen. Einzig die Figur des Gegenspielers und Intriganten, General Edward (Chris O`Dowd), kann einigermaßen überzeugen. Wenn er mit selbstverliebter Arroganz durch das Schloss wandelt und Monologe über seine Großartigkeit hält, fragt man sich, warum nicht mehr von ihm und weniger von Jack Black zu sehen ist.

Gullivers Reisen ist eine weitestgehend humorlose und wenig kindgerechte Komödie, die man am besten links liegen lässt.



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INHALT

Von wahrer Größe kann Gulliver, kleiner Bürobote und verliebt in die unerreichbare Redakteurin Darcy, nur träumen. Bis er Darcy durch Betrug überzeugt, ihn für einen Reisebericht auf die Bermudas zu schicken, wo Gulliver nach einem Sturm auf der Insel Liliput landet. Hier sind alle und alles winzig klein, wird Gulliver zum Helden und romantischen Kuppler für die unglücklich verlobte Prinzessin. Das jedoch und der Status Gullivers erregt den Zorn des schmierigen Verlobten, der den Riesen zu Fall bringen möchte.
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Eure Kritiken zu Gullivers Reisen

  1. Familienvater

    Mit den Kleinsten zu den Kleinen. Hätte ich vorher die Rezension gelesen, wäre mir dieser peinliche Film erspart geblieben. So hat sich nicht nur der Vater gelangweilt, sondern auch die Kleinsten. Dieser Film ist albern, banal und unnötig. Besser anderen Film wählen.

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