KRITIK

Gothika

Gothika Gothika ist eine grundsolide Auftragsarbeit, nicht mehr und nicht weniger. Regisseur Mathieu Kassovitz, französischer Regie-Export setzt dabei ganz auf die Spielstärke seiner Protagonisten – eine mutige Entscheidung, die aber aufgeht. Denn viel hat der Film nicht zu bieten. Die Story gleicht mehr einer Montage aus verschiedenen Versatzstücken des Genres. Zum einen wäre da der Frau-im-Gefängnis-Film, ein Versatzstück, das der ein oder andere Zuschauer aus dem deutschen TV kennen dürfte, zum anderen die Geist-im-unbehaglichen-Haus-Film, der spätestens seit Filmen wie „Haunted Hill“, „Schatten der Wahrheit“ oder ähnlichen Derivaten für Unbehagen sorgen soll aber doch in dieser Form auch schon bekannt ist. Dann noch der Bin-ich-denn verrückt?-Film. „Ich sehe tote Menschen“ lautete der Standardspruch von Haley Joel Osment in „Sixth Sense“ „Ich bilde mir keine Dinge ein“, sagt Miranda wütend, als niemand ihr glauben will. „Ich bin besessen.“ Vom Teufel, wie Kassovitz weismachen will? „Die Logik wird überschätzt“, belehrt uns Miranda bald, und eine andere Figur bestärkt sie: „Ich würde nicht nach einer rationalen Erklärung suchen.“ Ingrid Bergman muss ähnlich gedacht haben, als sie anno dazumal in „Gaslicht“ von den flackernden Lampen ihres viktorianischen Gemäuers fast in den Wahnsinn getrieben wurde.

Letztendlich ist es vor allem dem glaubhaft verzweifelten Spiel von Ocar-Preisträgerin Halle Berry zu verdanken, dass die Spannung nie abbricht und sich das beklemmende Gefühl des Ausgeliefertseins auch auf den Zuschauer überträgt. Kassovitz häuft eine Stunde lang Mystika auf Mystika – und als er sich rettungslos ins Netz seiner Widersprüche verheddert hat, greift er zur großen Gartenschere und schneidet sich mit einer „Ätsch-alles-doch-ganz-rational“-Erklärung aus der Bredouille. Zu guter letzt dann der Killer-gesteht-nächstem-Opfer-alles-aber-Polizei-hört-mit-Film. Mit dieser Szene wird „Gothika“ endgültig von allen bösen Geistern verlassen. Von allen guten leider auch. Es ist zum verrückt werden.



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INHALT

Für jede Störung des Geistes gibt es eine vernünftige Erklärung. Davon ist Dr. Miranda Grey, allgemein respektierte Kriminalpsychologin im Woodward-Frauengefängnis, überzeugt. Bis eine Autofahrt in regnerischer Nacht zu einer unheimlichen Begegnung und schließlich zu Mirandas Blackout führt. Als sie drei Tage später zu sich kommt, hat sich ihr Glück in eine Hölle verwandelt. In Woodward mit den Frauen inhaftiert, die zuvor ihre Patientinnen waren, wird Miranda beschuldigt, ihren Mann brutal ermordet zu haben. Und die Beweise gegen sie sind erdrückend. Hat die Rationalistin, die sich nach dem Blackout an nichts mehr erinnern kann, den Verstand verloren? Ist sie damit auf die andere Seite getreten? Oder tritt die andere Seite an sie heran – in der Gestalt eines ruhelosen und rachsüchtigen Geistes, der sie mit zunehmender Aggressivität nachts in ihrer Zelle attackiert? Als sie erkennt, dass alle sie nun für verrückt halten und selbst ihr sympathischer Kollege Dr. Graham ihr nicht mehr traut, versucht Miranda ohne Hilfe den rätselhaften Vorfällen auf den Grund zu gehen. Verzweifelt klammert sie sich an ihre Vernunft und muss sich dabei gefährlich nah an den Rande des Wahnsinns begeben. Doch einen anderen Weg zum Schlüssel ihrer Freiheit scheint es nicht zu geben ...
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Eure Kritiken zu Gothika

  1. Jackie

    Halle BerryHey Leute, was für ein Gespann, Halle Berry, Penélope Cruz, da lohnt sich doch schon der Besuch…

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