KRITIK

Goodbye Bafana

Goodbye Bafana Vielleicht wollte Bille August den im Kino grassierenden Horrorfantasien über afrikanische Bürgerkriegs-Gemetzel und Potentaten-Gräuel eine Geschichte der Hoffnung und Versöhnung entgegensetzen. Vielleicht gibt es derzeit auf dem schwarzen Kontinent tatsächlich so wenig Trostspendendes zu entdecken, dass er dafür in die Vergangenheit reisen musste, in die Zeit der südafrikanischen Apartheid, die Zeit der Inhaftierung Nelson Mandelas auf der Gefängnisinsel Robben Island.

Doch so nobel Augusts Motive gewesen sein mögen, die auf wahren Begebenheiten beruhende Freundschaftsfabel zwischen dem Bürgerrechtler Mandela und dem weißen Aufseher James Gregory zu erzählen, ein guter Film ist dabei nicht entstanden.

Holzschnittartig und naiv wirkt „Goodbye, Bafana“ bestenfalls. Gefängniswärter Gregory (Joseph Fiennes), der als Mandela-Spitzel ausgewählt wird, weil er die Stammessprache Xhosa spricht, durchläuft da in zwei, drei dramaturgischen Klischeestationen die Wandlung vom Rassisten zum Liberalen, während Mandela (vom „24“-Star Dennis Haysbert mit messianischer Sterilität verkörpert) nur aus sicherer Gitter-Distanz beobachtet wird.

Zu der Schwarzweiß-Zeichnung passt, dass sich der Wärter eines vergessenen schwarzen Spielkameraden namens Bofana aus Kindertagen besinnen muss, um sein Gutmenschentum plausibel zu machen.



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INHALT

Südafrika, Ende der Sechziger Jahre. Apartheit bestimmt das Leben des Landes. Zwanzig Millionen Schwarze werden von vier Millionen Weissen drangsaliert. Der Führer der unterdrückten Mehrheit ist Nelson Mandela, der 1965 zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, und zu dieser Zeit als gefährlichster Mann des Landes gilt. Drei Jahre später erhält Mandela mit James Gregory einen neuen Gefängniswärter. Dieser hat den Rassismus wie alle anderen Weissen tief in sich verinnerlicht. Seine Xhosa-Kenntnisse, der Stammessprache von Mandela, machen ihn indes zu einem wichtigen Mann. Erlernt hat er die Sprache bereits als Kind. Denn Gregory wuchs mit schwarzen Nachbarn auf. Das Charisma seines Gefangenen imponieren den weissen Aufseher. Doch nicht nur das. In den nächsten zwei Jahrzehnten baut er eine Freundschaft auf, die ihm viele Schwierigkeiten bringt.
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