KRITIK

Gold

Plakat zum Film Gold Eine deutsche Migrantengeschichte – als historischer Western zur Zeit des Goldrausches. 1898 machten sich zahllose Menschen voller Hoffnung auf schnellen Reichtum auf den Weg ins kanadische Klondike-Gebiet. Für das Trüppchen deutscher USA-Einwanderer, das Regisseur Thomas Arslan hier zu Pferde losschickt, endet der Trip ebenso ernüchternd wie für viele andere.

Arslan gilt als Vertreter der „Berliner Schule“, die als verkopft verschrien ist. Dabei hat er mit seinem starken Noir-Krimi „Im Schatten“ bewiesen, dass er auch das Genrekino beherrscht. „Gold“ aber ist geplantermaßen eine spröde Angelegenheit: Arslan wollte die Zähigkeit dieser Reise in ungewisses Terrain erlebbar machen. Der Reiseleiter (schön schmierig: Peter Kurth) muss also wenige Tage nach dem Aufbruch zugeben, dass er kein Kenner der Wildnis und eigentlich nur am Geld interessiert ist. Der Planwagen gibt den Geist auf, immer mehr Gepäck muss zurückgelassen werden. Dann verliert Joseph (Lars Rudolph) den Verstand und der versoffene Journalist Müller (Uwe Bohm) ein Bein. Augen zu beim Zuschauen: Amputiert wird ohne Narkose.

Die meiste (Spiel-)Zeit aber schaut man der Gruppe beim Reiten zu, durch eine beklemmend unstrukturierte Wildnis, deren Schönheit Arslan nicht feiert, sondern nüchtern registriert – in Cinemascope. Mittendrin: Nina Hoss, die es fertigbringt, als geschiedenes Ex-Kindermädchen noch verschlossener zu wirken als sonst. Sie wird die „Last Woman Standing“ sein in einem Showdown, der so plötzlich kommt, dass bei der Berlinale reihenweise eingenickte Zuschauer ruckartig wieder wach waren. Arslan hat den Film danach gekürzt – ein großes Publikum aber, bleibt zu befürchten, wird dieses eventferne und gerade deshalb interessante Horsemovie wohl nicht finden.

  



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INHALT

Sommer 1898, Kanada zur Zeit des Klondike-Goldrausches. Emily Meyer schließt sich einer Gruppe deutscher Amerika-Auswanderer an, um zu den kurz zuvor entdeckten Goldfeldern nach Dawson zu gelangen. Als die sieben Goldsucher voller Zuversicht von Ashcroft, der nördlichsten Bahnstation in Kanada, aufbrechen, haben sie keine Vorstellung davon, welche Strapazen sie auf der Reise erwarten. Immer tiefer führt ihr Weg in die unermessliche, unwirtliche Wildnis des kanadischen Inlands. Die Landkarten erweisen sich als unzuverlässig, der Planwagen mit dem Proviant wird zum Hindernis, die Packpferde sind der Belastung kaum gewachsen. Unsicherheit und Erschöpfung zerren an den Nerven der Reisenden. Die Konflikte zwischen den ungleichen Teilnehmern spitzen sich zu. Angetrieben von ihrem Traum und der Hoffnung auf ein besseres Leben arbeitet sich die Gruppe um Emily Meyer durch das weite Land auf ihr Ziel zu, das sich mit jedem Schritt weiter zu entfernen scheint. (Text: Piffl Medien)
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