KRITIK

Gnomeo und Julia

Gnomeo und Julia Der ehrenwerte William Shakespeare würde nicht schlecht staunen, wenn er noch miterleben könnte, was die Filmemacher der Neuzeit mit seinem dramatischen Stoff „Romeo und Julia“ alles anstellen. Baz Luhrmann verlegte die Liebesgeschichte des englischen Dramatikers ins 20. Jahrhundert, in der neuesten Adaption des Stoffes werden wir nun Zeuge, wie eine Horde von rot- und blaubemützten Gartenzwergen die tragischste Erzählung der Literaturgeschichte für sich beansprucht.

Grund für die Fehde hier ist, dass jede Seite dies- und jenseits eines Gartenzauns den schönsten Garten mit den schrillsten Accessoires sein Eigen nennen möchte. Nur der draufgängerische Gnomeo (deutsche Stimme Bürger Lars Dietrich) und die nicht minder zurückhaltende und schöne Gartenzwergin Julia (Anke Engelke) verwehren sich gegen diese Feindschaft, da sie sich trotz besseren Wissens ineinander verliebt haben. Dass das nicht gut gehen kann, verrät kein anderer als William Shakespeare himself, der in Form einer sprechenden Statue dem unglücklichen Gnomeo rät, lieber gleich von Julia Abstand zu nehmen. Doch angeheizt von der beschwingten Musik Elton Johns kämpft Gnomeo um sein Glück. Und da wir hier bei Walt Disney sind, gibt es, ganz anders als bei Shakespeare, nicht all zu viele Opfer oder gar Tote in der Geschichte zu beklagen.

Die flotten Sprüche der Zwerge sind sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet. Auch weil es Regisseur Kelly Asbury bei „Gnomeo und Julia“ weit weniger anarchisch zugehen lässt als bei seinem Antihelden Shrek aus seinem Animationsfilm „Shrek 2 – Der tollkühne Held kehrt zurück“ von 2004. Die Geschichte ist in erster Linie für die jüngere Zielgruppe angelegt und wird sich für Erwachsene meist als zu vorhersehbar und manchmal etwas zu einfältig zeigen. Es gibt jedoch einige popkulturelle Anspielungen, die Kinder kaum verstehen werden.

Ein weiteres Highlight ist die schon genannte, sehr passende und in die Beine gehende Musik von Elton John, der außerdem nicht nur als ausführender Produzent tätig war, sondern auch in dem Zwerg Paris verewigt wurde. Wer allerdings kein Fan dieser Musik ist, wird das Kino mit einem Ohrensausen verlassen. Insgesamt aber ist „Gnomeo und Julia“ ein unterhaltsamer animierter Zwergenspaß, ideal für einen Kinotag mit der ganzen Familie.



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INHALT

Eine nur scheinbar idyllische Vorgartenzwergidylle: Denn die Knirpse von Graf Zinnoberrot auf der einen und die kleinen Kerle von Gräfin Blaublut auf der anderen Seite des Zauns sind total zerstritten und tragen ihre Konflikte in wilden Rasenmäherwettrennen aus. Als aber der blaue Gnomeo eines Nachts die rote Julia erspäht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Von nun an versuchen sie, Eintracht unter den Zwergenparteien zu säen. Doch der Weg dorthin ist gesäumt von gekappten Zipfelmützen und Tausenden von Tonscherben.
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