KRITIK

Girl on the Train

Bild (c) Constantin Filmverleih.

Bild (c) Constantin Filmverleih.

Paula Hawkins´ Bestseller „Girl on the Train“ überzeugte im letzten Jahr als vertrackter Tagebuchkrimi mit gleich dreifach unzuverlässigen Erzählerinnen – keine leichte Vorlage für eine Verfilmung. Der Film überzeugt durch ein konsequentes Verwirrspiel mit überzeugenden Darstellern. Wenn da nicht das enttäuschende Ende wäre. Regisseur Tate Taylor („The Help„) versuchte sich nun trotzdem an einer filmischen Umsetzung und schickt die grundsätzlich verehrenswerte Emily Blunt („Sicario„) als Alkoholikerin mit Gedächtnislücken auf einen Trip durch die Vorstadthölle.

Blunt spielt Rachel, eine Frau, der es nicht gut geht: Ihr Ex-Mann Tom lebt mit neuer Frau (Rebecca Ferguson aus dem letzten „Mission Impossible“-Film) noch immer in jenem Haus, in dem auch Rachel einst lebte – bevor sie ihren Job verlor und sich dem Fusel zuwandte. Jetzt rattert sie trotzdem jeden Morgen und jeden Abend im Pendlerzug am alten Haus vorbei und erhascht mit Blicken, was zu erhaschen ist.

Szene_Girl_On_TrainGleich neben Tom wohnt die junge Megan (Haley Bennett aus „Hardcore“) in (vermeintlich) perfekter Partnerschaft. Als Rachel Megan beim (vermeintlichen) Fremdgehen beobachtet, mischt sie sich empört ein. Keine gute Idee ­– kurz darauf steht Rachel unter Mordverdacht und kann sich suffgepeinigt an nichts erinnern.

Was passiert ist, erzählt der Film aus drei sich gegenseitig widersprechenden Perspektiven. Weil Taylor die Verwirrungstaktik zunächst konsequent durchhält, hat das Rätselspiel seinen Reiz ­– bis die unsichere Erzählsituation am Ende dann doch für eine enttäuschend banale Auflösung über den Haufen geworfen wird. Der Film verweist allzu überdeutlich auf Hitchcocks „Fenster zum Hof“ und David Finchers Film-Noir-Meisterstück „Gone Girl„, kann es aber, trotz der herzzerreißend aufspielenden Blunt, mit beiden nicht aufnehmen.

 

Kritikerspiegel Girl On The Train



Gian-Philip Andreas
Westfälische Nachrichten
5/10 ★★★★★☆☆☆☆☆ 


Frank Brenner
choices, FRESH, etc.
6/10 ★★★★★★☆☆☆☆ 


Durchschnitt
5.5/10 ★★★★★½☆☆☆☆ 


Weitere Noten zu aktuellen Kinofilmen findest Du in unserem Kritikerspiegel.
 

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