KRITIK

Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Ghost Dog – Der Weg des Samurai Als „Samurai-, Gangster-, HipHop-, Eastern-Western“ hat Jim Jarmusch selber seinen Film beschrieben (epd-Film 2/2000) und mit der Musik von RZA des Wu-Tang-Clan ausgerüstet. Diese Vielfalt der Genre- und Stilelemente, die nicht nur als Zitate, sondern auch als eigenes Neue funktionieren, hat darin ihre Stärke und Schwäche zugleich. Zur Betrachtung der handelnden Personen und Szenen kommt eine teilweise überfrachtende Stilisierung, die vielleicht eine gewisse Unentschlossenheit des Filmes verdecken soll. Die zahlreichen kleinen Ideen dieses ruhigen Filmes stehen manchmal für sich. Z.B. als selbstironischer Reflex: der Schiffsbau auf dem Hochhausdach, der die Aporie geschlossener Systeme wie des Samuraikriegers symbolisiert. Der lakonische Humor früherer Jarmuschfilme taucht sowohl hier als auch in der Darstellung der (halb-)senilen Mafiabosse, in der unmöglichen Handhabe der Verständigung der verschiedenensprachigen Darsteller und in anderen Momenten auf. Die Kamera von Robby Müller bringt sowohl die meditativen und poetischen Momente, als auch die kühle Gewalt sehr gut zum Ausdruck, wenn auch mittels Schneide- und Tricktechnik manchmal schwierig zu realisierender Ausdrucksformen nachgeholfen wird. Der Film zeigt nicht die Geschlossenheit seines Vorgängers (Dead Man). Er läßt nicht wirklich Fragen, wohl aber schöne Bilder zurück. Rainer Bach



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INHALT

"Der Weg des Samurai findet sich im Tod. Meditiere täglich über den unvermeidbaren Tod. Jeden Tag, sobald Körper und Geist befriedet sind, meditiere man darüber, von Pfeilen und Schwertern zerrissen, von wogenden Welten davongetragen, in einem großen Feuer zu verbrennen, vom Blitz erschlagen, von Erdbeben zu Tode geschüttet zu werden, von hohen Klippen zu stürzen, durch Krankheit zu sterben oder beim Tode seines Herrn Seppuku zu begehen. Und jeden Tag fasse man ganz bestimmt den Tod ins Auge. So beschaffen ist der Weg des Samurai." - so steht es im alten japanischen Buch Hagakure: Das Buch des Samurai. Ghost Dog, ein stattlicher afroamerikanischer Auftragskiller und Taubenzüchter, lebt diesen Weg bis zum Tod. Seitdem ihm vor einigen Jahren das Mafiamitglied Louie das Leben rettete, erkennt er ihn als Meister an und erledigt lautlos und unsichtbar die Mordaufträge, die ihm aufgetragen werden. Nun soll er Handsome Frank, einen abtrünnigen Mafiosi, umbringen. Aufgrund schlechter Organisation ist jedoch auch Louise, die Tochter des Mafiabosses Ray Vargo zugegen, weshalb der Boss entscheidet, dass Ghost Dog beseitigt werden muss. Die in die Jahre gekommenen Mafiosi suchen lange nach dem unsichtbaren Killer, der sich nur mittels seiner Brieftauben mit Louie verständigte. Als der dunkelhäutige Samurai eines Tages zu seinem zerstörten Taubenschlag zurückkehrt, beginnt der Kampf des einsamen und prinzipientreuen Helden mit der "Familie". Da er seinem Herrn nach der japanischen Kriegerlehre ergeben ist und ihn schützen muss, endet das Showdown zwischen Louie und Ghost Dog tödlich für den Hauptdarsteller. Neben dem Hauptelement, dem Buch Hagakure, spielt ein weiteres Buch (Rashomon) eine wichtige Rolle, es verknüpft die Nebendarsteller.
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Eure Kritiken zu Ghost Dog – Der Weg des Samurai

  1. Kain

    In der Tat ein echer Jarmusch!Fazit: Wegen einem letargisch wirkenden Forest Whitaker nur ein Schatten anderer Jarmusch Filme.
    Musik: sehr gut!!!

  2. dapreeze

    Ein echter JarmuschSamurai- und Gangsterfilm, Western, und gleichzeitig die Parodie auf diese Genres. Mit viel Witz und Warmherzigkeit gedreht, erzählt dieser Film eine altmodische Geschichte auf moderne Weise. Der poetisch bis wummsige Soundtrack erzeugt eine urbane, coole Atmosphäre.

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