KRITIK

Get smart

Get smart Keine Frage, es ist ein ziemliches Vabanquespiel, eine Serie wiederbeleben zu wollen, die seit über 30 Jahren tot ist. Wer „Get Smart“ noch gesehen hat, in Amerika irgendwann zwischen 1965 und 1970, braucht diesen Film nicht, wer die Story um den Agenten 86 hingegen gar nicht kennt, wird eher für zeitgemäßere Agenten-Parodien schwärmen und Maxwell Smart für den öderen Austin Powers halten.

„Mini-Max“ hieß die humorige Weltenretter-Serie im deutschen Fernsehen, erfunden wurde sie von Mel Brooks und Buck Henry, drei Jahre, nachdem zum ersten Mal ein Spion namens James Bond mit Bikini-Schönheiten über karibische Strände flaniert war. Natürlich wirkte es damals noch ein bisschen lustiger, wenn einer seinen Schuh in ein Telefon verwandeln konnte (es gab auch noch Variationen davon, zum Beispiel das Butterbrottelefon), lustiger als heute jedenfalls, wo jeder Sechsjährige ins Handy quatscht.

Regisseur Peter Segal, der unter anderem „Die nackte Kanone 33 1/3“ inszeniert und sich damit für vergleichbare Späße empfohlen hat, versucht nun in der Kinofassung einen Spagat zwischen Tradition und Moderne, was nicht einmal schlecht gelingt. Ein paar Running Gags von damals glaubt er dem Publikum schuldig zu sein, ansonsten setzt er auf Charme und Appeal des derzeit in den USA sehr angesagten Komikers Steve Carell („Jungfrau (40), männlich, sucht“) in der Geheimdienstler-Hauptrolle.

Solche Trottel-Parts bergen ja durchaus Risiken, ein Leslie Nielsen hat sich von dem Erfolg der „Naked Gun“-Reihe bekanntlich nie wieder erholt. Aber Carell verwaltet das Erbe des Original-Darstellers Don Adams ziemlich souverän, tritt als Bürohengst der CIA-Konkurrenz-Organisation „Control“ mit ernstem Gesicht in Fettnäpfchen und macht sich lächerlich, ohne dass es allzu lachhaft wirkt.

Die Story, die den Agenten Smart und seine Außendienst-Kollegin 99 (Anne Hathaway) in den Kampf gegen Atombomben-Umtriebe der „Kaos“-Bösewichter führt, ist allerdings eher dünn, auch zu lang geraten. Und nur selten so gelungen böse wie in jener Szene, in der Präsident Bushs berühmte Grundschullesung während der Attentate vom 11. September persifliert wird.



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INHALT

Maxwell Smart arbeitet beim amerikanischen Geheimdienst CONTROL als Analyst. Doch er fühlt sich zu Höherem berufen. Als es dem Verbrechersyndikat KAOS gelingt, in das Hauptquartier von CONTROL einzudringen und die Namen aller Agenten aufzudecken, bleibt dem Chef keine andere Wahl, als Smart zu befördern und als Agent 86 ins Feld zu schicken. Allerdings nicht, wie von Smart erträumt, an der Seite von Superstar-Agent 23, sondern an der der hübschen und überaus kompetenten Agentin 99. Ob das allerdings ausreichen wird, um die Weltzerstörungspläne von KAOS-Chef Siegfried zu verhindern?
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Eure Kritiken zu Get smart

  1. Martin

    Ein sehr lustiger Film und eine würdige Hommage. Vor allem die beiden Hauptdarsteller überzeugen. Man sollte den Film unbedingt in der OmU-Fassung sehen.

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