KRITIK

Get Rich Or Die Tryin‘

Get Rich Or Die Tryin'

Im Gangsta-Rap geht es meist darum, was für ein verflucht „harter Hund“ man so ist und welche „Schlampe“ einem gerade das Leben schwer macht. In den dazugehörigen Videos spielen goldene Ketten an allen möglichen Körperstellen und schicke teure Autos eine nicht unwichtige Rolle, oft dekoriert mit powackelnden Bikinischönheiten. Eine Welt also, die man nicht notwendigerweise spannend finden muss.

Einer der exponiertesten Vertreter des zeitgenössischen Coolness-und-Knarren-Hip-Hops heißt Curtis Jackson und nennt sich mit Bühnen-Kampfnamen 50 Cent. All diese Gangsta-Jungs mit stilechter Ghetto-Biografie haben diesbezüglich ja seltsame Vorlieben und nennen sich Snoop Doggy Dogg oder Ice-T. Der Kleingeldmann jedenfalls hat als Ausweis seiner Street-Credibility eine besondere Anekdote zu bieten: Er wurde vor Jahren von neun Kugeln getroffen und hat trotzdem überlebt. Und anderem darüber spricht er in seinen Liedern gern, außerdem selbstverständlich über Drogen und Bitches. Curtis „50 Cent“ Jackson nuschelt ganz fürchterlich, wurde von Eminem und Dr. Dre entdeckt und verkauft in Amerika ungefähr eine Trilliarde Platten. Grund genug, seine Lebensgeschichte zu verfilmen.

Nachdem Curtis Hanson mit der Eminem-Story „8 Mile“ bewiesen hat, dass im Rapper-Milieu durchaus ansprechende Underdog-Märchen zu entdecken sind, widmet sich nun Jim Sheridan dem sagenhaften und klischeegerechten Aufstieg des New Yorker Sohns einer früh ermordeten Drogendealerin. Der kleine Curtis, der im Film Marcus heißt, übernimmt das Familiengeschäft und mausert sich schon früh zum fleißigen Koksverkäufer mit gutem Herzen. In späteren Jahren, nun gespielt von Jackson selbst, spricht er nebenbei ein paar unsinnige Texte auf den Heimrekorder, was ihm den Weg zum Bühnenruhm ebnet und von Regisseur Sheridan mit messianischem Pathos und nicht ohne Faszination für die Macho-Szene der Gang-Kleingangster inszeniert wird.

Man wundert sich weniger darüber, dass 50 Cent ein lausiger Schauspieler ist, der mit halboffenem Mund selbst über seine unverbrüchlich edle Gesinnung zu staunen scheint, als darüber, dass Sheridan („Im Namen des Vaters“) sich derart für wummernde Bässe zu begeistern vermag.



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INHALT

In der New Yorker Bronx der 70er Jahre wächst Marcus Young in der Obhut einer alleinerziehenden kriminellen Mutter auf. Nach deren Tod findet er bei seinen nichtsnutzigen Großeltern Unterschlupf und wächst zum properen Schläger und Rauschgiftdealer heran. Für den charismatischen Levar dealt er das neue Zauberpulver Crystal Meth und muss mit Kolumbianern um die Marktnische kämpfen. Im Gefängnis entdeckt Marcus seine kreative Seite, fortan will er wie seine Vorbilder Run DMC Platten aufnehmen. Levar ist wenig begeistert.
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Eure Kritiken zu Get Rich Or Die Tryin‘

  1. Christian

    Er brauchte das Geld und ließ sich deshalb mit dem Curtis Jackson Imperium ein? Nein, das kann es doch nicht sein. Ich stelle mir auch gerade haareraufend die Frage, was Jim Sheridan dazu veranlassen konnte, sich für diesen Stoff herzugeben??! Hm, Curtis 50 Cent Jackson ist kein guter Schauspieler. Nein schlimmer noch, er ist ein miserabler Schauspieler. Da hat er sich im Gegensatz zu seinem Mentor Emimen definitv viel zu viel zugetraut. Sheridan versucht noch dieser Geschichte das beste abzugewinnen, er scheitert jedoch kläglich.

  2. nina

    ansichtssacheja, sicher, der film ist wirklich nicht lohnenswert. aber ich denke, er hat eine zielgruppe: kiddies, die so rumlaufen wie 50cent und dessen musik hören. jedem das seine also… jim sheridan hat aus der story und der besetzung vielleicht noch das beste herausgeholt, oder?

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