KRITIK

Genug

Genug Jennifer Lopez, Sängerin, Tänzerin und Multitalent mit einem Bekanntheitsgrad so hoch, dass man sie an dieser Stelle wohl nicht mehr vorstellen muss, ist ein Workaholic. Kein Jahr vergeht ohne Film oder neue Platte. Kein Jahr ohne eine imageträchtige Schlagzeile.
Dass man die Puerto Ricanische Schönheit zurecht als Multitalent bezeichnet, beweist die Tatsache, dass sowohl ihre Filme, wie ihre Platten, als auch ihre Schlagzeilen immer zur Erhöhung des eigenen Marktwertes beigetragen konnten. Für Hollywood ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste Kriterium, um den Erfolg eines Stars zu beziffern.
Bei so viel Erfolg bleibt es nicht aus, dass der erste Flop nicht lange auf sich waren lässt. Und dieses Ereignis wird nun hier, zumindest im Bereich Schauspiel, mit dem unsäglich Fehltritt „Genug“ aufs eindrucksvollste eingelöst. Ein erster, für viele Nicht-Lopez-Fans ein weiterer schwarzer Fleck auf der blütenweißen Karriereweste der talentierten Schauspielerin.
Zunächst sieht es jedoch nach einer gut inszenierten Lovestory aus. Regisseur Michael Apted („Nell“, „Enigma“) versteht sein Handwerk. Schönes Haus, schöner Mann, schönes Leben, dem Zuschauer behutsam und wohldosiert ans Herz gelegt! Doch so übertrieben dem Klischee in der Vorstellung einer glücklichen Beziehung schmeichelnd, so abrupt folgt der scharfkantige Schnitt. Der schöne Ehemann, gespielt von einem enttäuschenden Billy Campbell, entwickelt sich vom Märchenprinzen zum Psychopathen. Ein wenig lässt sich vielleicht Billy Campbells miserable Leistung dadurch entschuldigen, dass ihn der Regisseur und sein Team zu immer neuen Höchstleistungen in der Verkörperung seiner Bad-guy-Figur angespornt haben müssen. Festgezurrt in einem Korsett der falschen Vorstellung eines übereifrigen Drehbuchautoren und Regisseurs.
Doch das „Over-Acting“ bleibt nicht allein der Figur des fiesen Psychopathen überlassen. Übertreibungen, konstruierte Wendungen und logische Fehler ziehen sich fortan durch den ganzen Film. Der Einfluss des bei schlechten Drehbüchern gern zur Hilfe genommenen sog. „Bigger than life-Touch“, durch Übertreibungen eine ganz bestimmte Wirkung zu erzielen, wird in jeder Szene spürbar und sorgt für Enttäuschungen auf der ganzen Linie.
Die Geschichte bedient im Verlauf eine schlimme Vorahnung nach der nächsten. Kein Klischee wird ausgelassen, von der überaus einfühlsamen Arbeitskollegin, über den schwarzen Kampftrainer, der seiner gequälten Schülerin Binsenweisheiten mit auf den steinigen Weg gibt, bis hin zum ultrabrutalen Cop, der sich natürlich als Helfer des Ehemannes entpuppt. Ein formelhafter Katz-und-Maus Thriller nimmt seinen Lauf. Und die Story, die bleibt leider so vorhersehbar wie die Tatsache, dass der Weg eines Multitalentes nicht immer steil nach oben gehen kann. Irgendwann kommt es zum großen Flop. Sowohl für Jennifer Lopez wie auch für Regisseur Michael Apted ist es wohl „Genug“. Christian Gertz



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INHALT

Er scheint der perfekte Mann zu sein! Als die attraktive Kellnerin Slim von einem Gast belästigt wird, eilt ihr der attraktive, charmante Mitch zur Hilfe. Slim ist von der ersten Sekunde an von diesem Mann fasziniert.
Ein erstes Date der schönen Bedienung und ihres galanten Retters erweist sich als traumhaftes Rendezvous. Weitere folgen und schon bald laden Slim und Mitch ihre Freunde und Familien zur Hochzeit ein.
Slim und Mitch sind das perfekte Traumpaar. Sie leben im Luxus, Slim bekommt ihr erstes Kind, das sie Gracie nennen und das vergöttert wird wie kein zweites.
Doch die Zeit geht ins Land und niemand ahnt, dass Mitch eine andere, dunkle Seite besitzt. Als Slim herausfindet, dass ihr Mann ein Doppelleben führt, dass er Affären hat und sein Firmenimperium mit brutaler Korruption beherrscht, stellt sie ihn zur Rede. Mitch, der einstige Traummann, reagiert brutal: Er beginnt seine Frau zu terrorisieren, zu schlagen und zu demütigen.
Die verängstigte Slim fürchtet um ihr Leben und wagt mit ihrer kleinen Tochter eine lebensgefährliche Flucht. Sie rechnet nicht damit, dass der ebenso besessene wie einflussreiche Mitch sich an ihre Fersen heftet.
Sofort besorgt sie sich eine neue Identität, beginnt ein völlig neues Leben in einem anderen Bundesstaat – doch Mitch und seine kriminellen Gehilfen spüren sie immer wieder auf. Es ist ein Leben in permanenter Angst. Eine nicht enden wollende Odyssee durch die Hölle. Schließlich erkennt Slim, dass es so nicht weitergehen kann. Die Zeit der Opferrolle ist vorbei! Slim bereitet sich auf eine letzte, entscheidende Konfrontation vor: Sie wird Mitch töten! Und es wird kein Mord sein. Es ist Notwehr!
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Eure Kritiken zu Genug

  1. Jan

    JLo machts

    Ich mag alle Lopez Filme, also muss ich auch diesen mögen, obwohl er einer der schwächeren von ihr ist, wie ich finde.

  2. Bruno

    Nicht so schlechtJennifer, wohl die Tochter des Opel-Werksspions Ingnacio, schlägt sich in ihrem neuesten Kinoauftritt gar nicht so schlecht. Die schauspielerischen Anforderungen in „Genug“ sind allerdings auch eher gering. Die Lopez zeigt nacheinander die Rollenstereotypen „Strahleteenager“, „verzweifelte Mutter“ und „Racheengel“.

    Auch wenn man ähnliches bereits mehrfach gesehen hat, kommt in dem Film zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Es stellt sich vielmehr eine gelungene Balance zwischen Action und ruhigeren Szenen ein, wobei auch den ruhigeren Szenen eine gewisse Unruhe immanent ist. Es bleibt also stets spannend, wenn auch teilweise vorhersehbar und mit einem 08/15 Schluß.

    Zwei Details seien am Schluß noch erwähnt:

    Daß eine Frau auf der Flucht vor ihrem Ehemann versucht, mit dessen Kreditkarte / Kontokarte Geld abzuheben, mag in der weiblichen Genstruktur verankert sein. (Zitat „Hammer“ – aus der gleichnamigen TV Serie – : „Wenn man sieht, was Frauen mit einer Kreditkarte anrichten können, dann Gnade uns Gott, wenn sie eine Atombombe haben“.)

    Gewundert hat mich allerdings, daß man innerhalb von 3 Wochen erfolgreich eine Nahkampfausbildung absolvieren kann.

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